Oldies: Abgunst

Noch nie gehört? Das Wort ist auch mindestens im Aussterben begriffen. Moderne Wörterbücher führen es meist nicht mehr. Kaum verwunderlich, wird doch selbst die Gunst nur noch bei den wenigsten Deutschen im aktiven Wortschatz vorkommen.

Immerhin verwenden wir günstig weit häufiger, wenn auch in anderen Zusammenhängen, kaum als Gegenteil von missgünstig. Das ist nun wieder ein Synonym zum ebenfalls kaum noch bekannten abgünstig, womit wir wieder bei der Abgunst angekommen sind, die sowohl Missgunst bedeutet als auch Abneigung. Auch das Misstrauen ist damit gemeint. Demenstsprechend ist derjenige, der uns abgünstig ist, mindestens misstrauisch, wenn nicht gar übelwollend.

50 bis 90 Prozent aller Sprachen sterben aus

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Sprachen werden nicht mehr weitergegeben (Foto: aboutpixel.de/R. Sturm)

(Pressemeldung: pte) Noch werden weltweit 7.000 Sprachen gesprochen. Wissenschaftler glauben, dass viele dieser Sprachen vom Aussterben bedroht sind. Geschätzt wird, dass 50 bis 90 Prozent der jetzigen Sprachen das aktuelle Jahrhundert nicht überleben werden. Viele existierende Sprachen sind kaum dokumentiert, der Wortschatz und die Strukturen dieser Sprachen sind der Wissenschaft unbekannt.

Die Abteilung für Allgemeine Sprachwissenschaft im Institut für Linguistik der Universität zu Köln ist führend in der Erforschung und Dokumentation bedrohter Sprachen. Die Forscher haben vom Programm „Dokumentation bedrohter Sprachen“ eine Fördersumme in Höhe von 1,3 Mio. Euro erhalten. „Mit den Sprachen stirbt auch die Datengrundlage für deren Erforschung“, sagt der Sprachwissenschaftler Nikolaus Himmelmann. Die Fördersumme mache es möglich, Sprachen zu dokumentieren.

Keine Rettung

„Retten kann man viele Sprachen nicht mehr“, sagt Himmelmann im Gespräch mit pressetext. Eine Sprache erhalten könnten nur die jeweiligen Sprachgemeinschaften oder Volksgruppen. Man könne bloß Bewußtseinsarbeit leisten und den Menschen klar machen, dass die Sprache absterben würde, wenn sie den nächsten Generationen nicht beigebracht würde.

In Deutschland sind etwa friesische und sorbische Sprachen bedroht. Die genutzte Sprache, wie etwa Deutsch, ist zwar ständigen Änderungen unterworfen, was aber nicht ihren Tod bedeute. „Interessanterweise werden Änderungen bei Sprachen immer negativ gesehen“, sagt Himmelman. Das Phänomen der Jugendsprachen, wo Wörter übertrieben werden oder wo mit der Sprache provoziert wird, bedeuten nicht, dass eine Sprache dem Untergang geweiht sei.

Tot ist eine Sprache erst dann, wenn sie gar nicht mehr gesprochen wird – wenn etwa die Friesen und Sorben ins Deutsche wechseln. Wenn die Sprache in einer Generation gar nicht mehr gesprochen wird, gilt sie als verschwunden. Auch wenn Sprachen nur in Ritualform verwendet werden, wie etwa Latein, ist sie zwar nicht ausgestorben, aber lebendig ist sie auch nicht mehr.