Aufgehalst

Etymologische Streifzüge, Foto: Glenda M. Powers

Etymologische Streifzüge
(Foto: © Glenda M. Powers)

Na, da habe ich mir ja was aufgehalst. Jetzt habe ich den Typen wohl ewig am Hals.

Wieso ausgerechnet am oder auf dem Hals? Das lässt sich leicht nachvollziehen, wenn man weiß, dass sich diese Redewendungen darauf beziehen, dass das Joch – sowohl das Zugjoch als auch das Tragjoch – auf dem Hals bzw. Nacken sitzt. Man hat also eine schwere Last am/auf dem Hals.

Quelle: Duden Band 7 – Herkunftswörterbuch, Mannheim 2001

Unerwünschter Besuch

Etymologische Streifzüge, Foto: Glenda M. Powers

© Glenda M. Powers

Das Schlimmste an seinem Job war, dass ihm seine zänkische Kollegin immer wieder ins Gehege kam.

Obwohl die beiden Personen in dem Beispiel ganz offensichtlich nicht zu Hause sind, wenn sie ihm ins Gehege kommt, legt der Ursprung der Redewendung das nahe, denn sie meint eigentlich, dass sie in sein umzäuntes Grundstück eindringt, also seinen Grund und Boden betritt..

Quelle: Duden Band 7 – Herkunftswörterbuch, Mannheim 2001

Wenn nicht nur das Fass überläuft

Redensarten und feste Wendungen bilden immer wieder die Grundlage für Stilblüten, wenn sie nämlich nicht in der festen Fügung gebraucht werden, die sie eigentlich kennzeichnet.

Ein besonders markantes Beispiel las ich heute in den Kommentaren zu einem Internetartikel. Nun muss man sich ohnehin schon zurückhalten, die Wendung „sich einen hinter die Binde kippen“ nicht wörtlich zu nehmen, im folgenden Fall bleibt einem aber gar nichts anderes übrig:

… wenn ich weiß die kippt sich gern ein in die Binde.