Recherche? Wieso? Ich schreibe (High) Fantasy!

Vom Schreibtisch, Foto: sukiyaki

Vom Schreibtisch
(Foto: © sukiyaki)

In der aktuellen Federwelt gibt es einen Artikel von mir zum Thema Recherche für den Autor/die Autorin von (High-) Fantasy-Romanen. Wenn euch der interessiert, dürft ihr gern in das hier verlinkte PDF reinschnuppern, da findet ihr ihn genau so, wie er im Heft steht. Und vielleicht macht er euch ja Lust auf die vielen weiteren interessanten Themen in der Federwelt.

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Brainstorming

Allgemein, Foto: blackpixel

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Momentan denke ich darüber nach, welche Themen die Leser von „Hilfe für Autoren“ noch so interessieren könnten. Vorschläge sind sehr willkommen!

Geschnuppert und gewürzt

Für Autoren, Foto: Milan Vasicek

© Milan Vasicek

Nun ist sie erschienen, die neue Ausgabe der Federwelt (beim Erstellen dieses Blogeintrags war auf der Webseite noch die Ausgabe Februar/März zu sehen) mit dem zweiten Teil der Reihe „Textküche„:

Zwei Schreibprofis, in jeder Folge zwei andere, kommentieren Texte, die noch nicht ganz rund sind. Lektoratsarbeit also auf dem Präsentierteller – ein besonderes Schmankerl für alle, die Buchstaben lieben.

Diesmal wurden André Hille und ich von Küchenchefin Anke Gasch zum Thema „Erzähl(er)stimmen finden“  eingeladen, durften ein bisschen schnuppern und das eine oder andere Gewürz verstreuen.

Autor? Ab in die Küche!

Für Autoren, Foto: Milan Vasicek

© Milan Vasicek

Die Federwelt gehört mit Sicherheit ohnehin zu den empfehlenswerten Zeitschriften für Autoren. Mit der aktuellen Ausgabe (Februar/März) startet obendrein eine neue und ganz besondere Reihe: die Textküche.

Zwei Schreibprofis, in jeder Folge zwei andere, kommentieren Texte, die noch nicht ganz rund sind. Lektoratsarbeit also auf dem Präsentierteller – ein besonderes Schmankerl für alle, die Buchstaben lieben.

In Folge 1 hat Küchenchefin Anke Gasch zum Thema „Anschaulich schreiben“ Astrid Rösel und Diana Hillebrand eingeladen. Jede zeigt auf ihre Weise am praktischen Beispiel, wie man seinen Text noch anschaulicher gestalten kann.

Anke Gasch, die jeweils die Grundrezepte (die Theorie) beisteuert, lädt in jeder Folge neue Gastköche ein, die sich immer mit anderen Aspekten der guten Zubereitung beschäftigen. Verraten darf ich schon einmal, dass im Aprilheft André Hille und meine Wenigkeit in den Töpfen rühren werden.

Hier geht es aber erst einmal zur aktuellen Ausgabe.

Ein bisschen Leere für die Übersicht

Wer Blogartikel schreibt, sollte daran denken, dass lesen am Bildschirm die meisten Leser weit mehr anstrengt als das Lesen gedruckter Texte. Selbst auf Plattformen, die für Leser konzipiert sind, gibt ein Großteil der User an, vor übermäßig langen und/oder unübersichtlichen Texten zurückzuschrecken. Ist schon im Printbereich eine gute Gliederung wichtig, wird sie für Online-Texte geradezu essentiell.

Für den Blogger bedeutet das, sich in dieser Hinsicht nicht an gedruckten Texten zu orientieren, sondern einen geschärften Sinn für die optische Präsentation des Textes zu entwickeln.

Das gilt vor allem für Absätze. Während man im Printbereich Texte nicht allzu sehr zerstückeln sollte, darf der Online-Texter lieber einen Absatz zu viel als einen zu wenig einfügen. Auch hilft es mehr, als es schadet, diese Absätze durch Leerzeilen voneinander abzusetzen. Bei manchen Bloganbietern wie etwa WordPress wird diese Leerzeile automatisch gesetzt.

Je länger der Text wird, desto sinnvoller wird es, über weitere Möglichkeiten der Auflockerung nachzudenken. Einige davon sind:

  • Zwischenüberschriften
  • Bilder
  • Listen
  • abgesetzte Textteile etwa mithilfe der Zitatfunktion
  • sonstige Einrückungen
  • Textauszeichnungen wie fett oder kursiv

Überflüssig, zu erwähnen, dass auch der Blogleser bei der Verwendung dieser Möglichkeiten eine gewisse Nachvollziehbarkeit erwartet.

Von Tags, Labels und Kategorien

Häufig sehe ich bei Blogs, dass die Autoren offenbar Schwierigkeiten damit haben, was sie mit den Tags auf der einen Seite, Kategorien bzw. Labels auf der anderen Seite anfangen sollen.

Tags sind Schlagworte, die im Wesentlichen Lesern und Suchmaschinen die Suche nach bestimmten Begriffen erleichtern sollen. Tagge ich diesen Artikel mit dem Begriff Tag, ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand der nach eben diesem Begriff sucht, meinen Artikel findet, deutlich höher.

Was für den Sucher sehr nervig sein kann, wird den Blogger nicht stören: Natürlich führt jede Suche nach dem Wort zum gleichen Ergebnis, auch wenn eine der vielen anderen Bedeutungen des Homonyms gemeint ist.

Ein Tag kann also weit mehr als nur die direkten Interessenten zum Blogartikel führen. Ob die dann dennoch bleiben, ist eine andere Frage. Und natürlich gilt, je mehr Schlagworte man verwendet, desto mehr Potenzial hat der Artikel, gefunden zu werden. Ob es allerdings sinnvoll ist, potentielle Leser zu verärgern, indem die Schlagworte bestenfalls am Rande etwas mit dem Inhalt zu tun haben, steht wiederum auf einem anderen Blatt. Abgesehen davon kann das Taggen leicht in anstrengende Arbeit ausarten, wenn man es übertreibt.

Manche Blogcommunitys wie etwa WordPress nutzen die Verschlagwortung weitergehend, andere bieten sie gar nicht an. Klickt ihr auf einen der Tags unterhalb dieses Artikels, listet euch WordPress beispielsweise alle aktuellen Artikel der Community auf, die ebenfalls dieses Schlagwort verwenden. Auch können WordPress-User frei wählbare Tags abonnieren und sich so über gewisse Themen ständig auf dem Laufenden halten.

Kategorien, die anderswo, beispielsweise bei Blogspot, Labels heißen, werden von technischer Seite häufig wie Tags behandelt. Wenn ich also meinem Artikel hier eine Kategorie zuteile, ist das im Grunde genommen nur ein weiterer Tag.

Innerhalb des Blogs hat sie aber eine andere Funktion: Sie ermöglicht eine übersichtliche Zuordnung der Artikel. Ich kann beliebig viele Artikel einer Kategorie zuordnen bzw. neue Artikel einer bereits bestehenden Kategorie hinzufügen.

So werde ich für diesen Artikel die Kategorie „Bloggertipps“ erstellen, der ich zukünftig alle Artikel zuordnen werde, die sich mit dem gleichen Thema beschäftigen. Diejenigen Leser, die sich ausschließlich oder vorrangig für dieses Thema interessieren, können so über das Menü oben oder die entsprechenden Widgets in Seiten- und Fußleiste ganz gezielt nur die Artikel dieser Kategorie aufrufen.

Je nach Blogsystem lassen sich die Kategorien weiter in Unterkategorien unterteilen, sodass sich der gesamte Bloginhalt über ein übersichtliches Verzeichnis abrufen lässt.

Hilfe für Autoren

Seit Anfag des Monats gibt es einen neuen Schreibratgeber im Internet, der sich sowohl an Anfänger als auch an Fortgeschrittene richtet.

Im Auftrag von mySTORYs führe ich ein neues Weblog mit dem Titel „Hilfe für Autoren“ .

Immer zum Anfang des Monats gibt es dort zwei neue Artikel, die sich mit Themen rund ums Schreiben und Veröffentlichen befassen.

Auf diesem Blog hier werde ich daher, wenn die Reihe „Harry Plotter“ abgeschlossen ist, die Kategorie „Rat mir mal“ zwar weiterführen, mich aber mehr auf andere Themen konzentrieren.

Harry Plotter

Immer wieder ein Thema für Autoren: Wie plane ich meinen Roman?

Ich habe mir vorgenommen, ab der nächsten Woche beispielhaft eine Möglichkeit durchzuspielen, einen Roman von der Idee bis zur eigentlichen Schreibarbeit vorzuplanen.

Dabei sollen sowohl diejenigen berücksichtigt werden, die bereits planende Schreiber sind und nach Möglichkeiten suchen, ihre Planung zu verbessern, als auch diejenigen, die bisher eher nach Bauchgefühl einfach drauflosgeschrieben haben und ausprobieren wollen, ob sie mit ein bischen Planung besser zurechtkommen.

Natürlich kann ich damit nicht jedem eine Lösung bieten, denn Autoren arbeiten sehr unterschiedlich, und was dem einen liegt, damit kommt der andere gar nicht zurecht. Aber vielleicht kann der eine oder andere aus den Beispielen eine persönliche Strategie entwickeln oder zumindest ein paar Anregungen bekommen.

Als Beispiel werde ich einen eher schlichten und kurzen Plot wählen, damit es in einem Rahmen bleibt, den dieses Blog leisten kann.

Also, dann bis nächste Woche.

Öfter mal einen Punkt machen

Ob man lange oder kurze Sätze lieber mag, ist meist Geschmackssache. Sie zu verwenden, nicht.

Sowohl die einen als auch die anderen gekonnt zu verwenden, ist jeweils eine Kunst.

Ob, wo und wie oft man zu den kurzen oder den langen Sätzen greift, ist eine Frage des Stils, sowohl des persönlichen als auch des vom Text her sinnvollsten. Grundsätzlich gilt sicher, die Mischung macht’s, wenn diese auch nicht ganz beliebig sein sollte.

Die richtige Mischung zu finden, soll aber heute nicht mein Thema sein. Diesmal geht es schlicht um die zu langen Sätze. Die Betonung liegt auf „zu“.

So seltsam es klingen mag, aber ob ein Satz zu lang ist, ist nicht unbedingt von seiner Länge abhängig. Ein Satz, der über viele Seiten geht, hat möglicherweise nicht einen einzigen Buchstaben zuviel. Und auch mancher Satz, der eine Zeilenlänge nicht überschreitet, ist schon deutlich zu lang. (In manchem Satz ist jedes Wort zuviel.)

Nun rede ich die ganze Zeit von Sätzen. Warum heißt der Titel des Beitrags dann „Öfter mal einen Punkt machen“? Weil es genau darum geht. Dort, wo ein Punkt hingehört, sollte man ihn auch setzen. Tut man es nicht, wird der Satz zu lang.

Dabei ist das keine Frage der Grammatik, sonden eine der inhaltlichen Zusammenhänge. Sowohl derer innerhalb des Satzes als auch der kontextbezogenen.

Die Sonne ging auf, weiße Federwölkchen überzogen den Himmel, Peter ging zum Teich und benetzte sich mit dem kühlen Nass.

In der Regel gehört hier hinter das Wort „Himmel“ ein Punkt. Das morgendliche Naturschauspiel ist die eine Sache, die morgendlichen Handlungen Peters sind eine andere. Zwischen beiden gibt es keine direkte Beziehung, allenfalls eine sehr lose, die überdies keiner besonderen Betonung bedarf.

Allerdings könnte es einen Kontext geben, in dem das Komma einen Sinn macht, in dem es also eine direkte Beziehung zwischen den natürlichen Vorgängen und Peters Handlungen gibt. So könnte es in den Tagen zuvor geregnet haben, sodass Peter sich in der Stube waschen musste. Die aufgehende Sonne und der schöne Morgen wären dann der direkte Auslöser für Peters Handlungen. Das schöne Wetter erlaubt ihm, sich am Teich zu waschen. Von der Bedeutung her entspräche das obige Beispiel dann folgendem Satz:

Weil die Sonne aufging und weiße Federwölkchen den Himmel überzogen, ging Peter zum Teich und benetzte sich mit dem kühlen Nass.

Im Fazit bedeutet das also, dass hier Punkt oder Komma auch einen Bedeutungsunterschied mit sich bringen, weil das Komma eine direkte Beziehung der Aussagen untereinander ausdrückt, die der Punkt (in anderen Fällen ein Frage- oder Ausrufezeichen) nicht mit sich bringt.

Leider treffe ich beim Lektorat immer wieder auf solche Sätze, die eine inhaltlich unbegründete Aneinanderreihung verschiedener Sachverhalte und Handlungen sind. Darum: Öfter mal einen Punkt setzen.

Wende nicht die Redewendung

Redewendungen kennen wir alle. Und sie gehören zu den sprachlichen Bausteinen, die von angehenden Autoren besonders gern benutzt werden, so jedenfalls meine Erfahrung aus dem Lektorat.

Hin und wieder könnte man darüber streiten, ob es eine besonders kreative Leistung ist, seinen Text mit altbekannten Wendungen zu spicken, aber das soll nicht Thema dieses Beitrags sein.

Viele dieser Redewendungen sind mehr oder weniger feststehend, daher lassen sie sich nicht beliebig verwenden und verwandeln. Tut man das, läuft man zumindest Gefahr, dass die übertragene Bedeutung, die eine Redensart in sich trägt, verlorengeht. Die Folge sind im Allgemeinen die so gefürchteten Stilblüten.

So will Peter eben nicht in Franks Haut stecken. Weder will er hinter seiner Haut stecken noch hinter seinem Gesicht. Möglicherweise will er nicht in seiner Kleidung stecken, dann aber im wörtlichen Sinn, weil sie ihm nicht gefällt.

Wer etwas unter den Tisch kehrt, will etwas verheimlichen, wer dagegen etwas unter dem Tisch kehrt, macht dort sauber, wenn auch nicht besonders gründlich. Man kann allerdings auch etwas unter den Teppich kehren, wer nun wiederum etwas unter den Schrank, den Stuhl oder den Schreibtisch kehrt, wird sicher nicht als Reinigungskraft eingestellt.

Wenn jemandem das Herz aufgeht, muss er nicht gleich auf den Operationstisch. Dabei sollte man es dann auch belassen, statt ihm sein Herz eingehen zu lassen, ihm verschiedene andere Dinge anzutun oder diverse andere Körperteile aufgehen zu lassen.

Kurz: Auch hier heißt es wieder: Mach dir bewusst, was du schreibst. Schlag die Redewendung lieber noch einmal nach. Das geht auch bequem im Netz, zum Beispiel auf redensarten-index.de.