Doppelte Leerstellen

Es geht ganz schnell und schon hat man einmal zu oft die Leertaste gedrückt. Im Schreibprogramm fällt das meist gar nicht so ohne Weiteres auf. Selbst beim Überarbeiten übersieht man die überzähligen Leerzeichen schnell.

Abhilfe schafft hier das Zuschalten der Formatierungszeichen, die nur im Programm angezeigt werden und nicht etwa auf einem Ausdruck zu sehen sind. Lässt man die Leerzeichen anzeigen, wird jedes Leerzeichen mit einem Punkt markiert. Wo zwei (oder mehr) Punkte angezeigt werden, ist (mindestens) einer zu viel.

Zu finden sind die Formatierungszeichen in der Regel über die Optionen des Schreibprogramms. So zum Beispiel (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) in

  • Word:
    Extras – Optionen – Ansicht – Formatierungszeichen: Häkchen bei Leerzeichen,
  • Open Office:
    Extras – Optionen – OpenOffice.org Writer – Formatierungshilfen: Häkchen bei Leerzeichen,
  • TextMaker:
    Weiteres – Einstellungen – Ansicht – Nichtdruckbare Zeichen anzeigen: Häkchen bei Leerzeichen.

Schön und gut, aber wer hat Lust, bei der Überarbeitung eines langen Textes unendlich viele Punkte zu zählen?
Glücklicherweise ist das nicht nötig, denn es gibt einen kleinen Trick:

In den meisten Schreibprogrammen findet man über das Menü „Bearbeiten“ zum Befehl „Ersetzen“ (Open Office: „Suchen & Ersetzen“). Gibt man nun im Feld „Suchen“ zwei Leerstellen ein und im Feld „Ersetzen“ nur eine, dann lassen sich alle doppelten Leerzeichen mit minimalem Aufwand ersetzen. Wer ein bisschen mutig ist, kann auch gleich auf „Alle ersetzen“ klicken.

Autor, Texter, Blogger?

Einen sehr interessanten Wettbewerb gibt es auf den Seiten der Compete 20.10 zu finden. Hier dürfen sich nicht nur Autoren, sondern auch Texter, Blogger, ja sogar SMS-Schreiber angesprochen fühlen. Zumindest dann, wenn sie nicht älter als 25 sind. Rundum also ein sehr jugendlicher Wettbewerb. Mitmachen kann man bis zum 11. Juni 11 Uhr.

Eure Fragen, meine Antworten

Vielleicht habt ihr ja meine neue Seite schon entdeckt. Ich habe mir gedacht, ein bisschen Interaktivität kann ja nicht schaden. Und manchmal hat man ja plötzlich ein Problem oder eine Frage, und hätte gern, aus reinem Interesse oder weil es für die Arbeit (Autorentätigkeiten inklusive) sogar wichtig ist, eine kurze Antwort. Sofern es sich dabei um den Bereich des Schreibens oder der Sprache dreht, dann einfach hinklicken und Kommentar schreiben.

Formfehler

Es ist schön, wenn die Gedanken fließen. Erst einmal. Irgendwann, und sei es, nachdem sie komplett in die erste Manuskriptfassung geflossen sind, sollte man sie auch einmal ordnen. Das meine ich nicht nur inhaltlich, sondern auch formal.

Immerhin wissen die meisten Schreiber, dass man einen Roman in Kapitel unterteilen kann. Aber bei manchem hört dann die Ordnungswut schlagartig auf und er überlässt diese Arbeit dem Leser. Der wird sich bedanken und bald ermüdet aufgeben. Denn niemand will einen Text lesen, der sich vom Anfang in einem riesigen schwarzen Block bis zum Ende zieht. Also heißt es: Mut zum Weiß.

Die Absatzgestaltung ist Aufgabe des Autors! Seltsamerweise haben viele der angehenden Autoren Schwierigkeiten damit, scheuen sich, Absätze zu setzen, weil sie nicht wissen, wo. Ich sage, im Zweifel besser zu viele als zu wenige.

Besser wäre natürlich, würde der Autor seine Absatzgestaltung inhaltlich begründen können. Absätze dienen nämlich der Untergliederung eines Textes in Sinneinheiten.

Wie genau der Autor seinen Text untergliedert, ist ihm überlassen. In der Regel bietet es sich aber an, den längeren Text zunächst in Kapitel, dann in einzelne Szenen und schließlich in die eigentlichen Absätze zu teilen.

Dabei werden die Szenen jeweils deutlicher voneinander getrennt, als die weiter gliedernden Absätze, so zum Beispiel durch eine Leerzeile. Szenen ergeben sich dabei häufig durch einen Wechsel der Zeit, des Ortes und / oder der Figuren. Jede bessere Szene hat ihre eigene Dramaturgie, ihren eigenen Konflikt und ihren eigenen Höhepunkt.

Aber auch innerhalb einer solchen Szene gibt es kleinere Sinneinheiten, denen wir jeweils kleine Überschriften geben könnten (die natürlich nicht im fertigen Manuskript auftauchen!). Stellen wir uns eine Szene vor, in der eine Frau ein Essen zubereitet, während sie darauf wartet, dass ihr verhasster Mann nach Hause kommt. Wir unterteilen diese Szene in 5 Absätze (ohne Leerzeilen):

  1. Sie kocht:
    Die Frau ist mit Tätigkeiten des Kochens beschäftigt (Rühren, Würzen, usw.).
  2. Sie denkt an ihren Mann:
    Ihre Gedanken schweifen ab und sie resümiert den Niedergang der Beziehung zu ihrem Mann.
  3. Das Essen droht zu verbrennen:
    Die Frau wird in die Gegenwart zurückgerissen, gerät in Panik, kann das Essen aber noch retten.
  4. Das Gift:
    Die Frau holt eine Flasche aus dem Schrank, auf der ein Totenkopf zu sehen ist. Vorsichtig gibt sie ein paar Tropfen ans Essen.
  5. Ruhe:
    Die Frau setzt sich an den Küchentisch und zündet sich lächelnd eine Zigarette an. Der Absatz beschließt die Szene.

Die nächste Szene beginnt damit, dass die Frau den Mann nach Hause kommen hört.

Wie gesagt: Wie genau der Autor die Absätze wählt, ist seine Sache. Hauptsache, er untergliedert überhaupt. Besser noch: Seine Untergliederung lässt sich vom Leser nachvollziehen!

Immer diese ersten Seiten

Hans Peter Roentgen hat seinen Schreibratgeber entsprechend aufgebaut: „Vier Seiten für ein Halleluja“. Er bewertet die ersten Seiten von Manuskripten, die Autoren ihm zugesandt haben, und gibt an diesen Beispielen Tipps, wie man es besser machen kann. Immer wieder heißt es, gerade die ersten Seiten zählen, will man sich um einen Programmplatz in einem Verlag bewerben. Dem kann ich mich nur anschließen.
Andererseits beklagen abgelehnte Autoren häufig, die wenigen Seiten Leseprobe, die sie dem Verlag vorlegen durften, seien möglicherweise nicht aussagekräftig gewesen, um das gesamte Manuskript zu repräsentieren. Dem entgegnet Joachim Jessen, Literaturagent bei der Agentur Schlück (bei einem Vortrag zum Montsegur-Treffen 2009), dass man kaum erwarten könne, wenn die ersten 50 Seiten nicht wirklich gut gewesen seien, es würde danach plötzlich merklich besser werden.
Nach meiner Erfahrung mit Manuskripten noch unerfahrener Autoren ist häufig sogar das Gegenteil der Fall. Seltsamerweise geht es mir oft so, dass ich die ersten Seiten noch mit verhältnismäßigem Vergnügen lesen kann, dann geht es plötzlich steil bergab. Das betrifft vor allem die sprachliche Gestaltung.
Warum das so ist, kann ich nur vermuten. Wahrscheinlich ist sich der Schreiber während der ersten Seiten (manchmal Sätze) noch besonders bewusst, was er da eigentlich vollbringen will. Er wählt seine Worte mit Bedacht. Irgendwann reißt ihn dann die eigene Geschichte mit sich und er schreibt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist.
Wenn dem so ist, kann ich nur raten: Versuche dir diese bewusste Stimmung zu bewahren. Mach öfter mal eine Pause und lies, was du gerade geschrieben hast. Schau immer mal wieder auf deinen Manuskriptanfang und vergleiche ihn mit dem, was du geschrieben hast, als die Geschichte dich in ihren Bann gezogen hat.

Was tut denn nun ein Lektor?

Ganz einfach: irgendwas mit Texten.
Was genau, das hängt nicht ganz unwesentlich davon ab, für wen er arbeitet bzw. ob er überhaupt für jemanden arbeitet.

Die klassischen Lektoratstätigkeiten haben alle mit dem Verbessern der Texte anderer Leute zu tun. Dabei ist es unwichtig, ob es um eine Studienarbeit, einen Fach- oder Werbetext oder einen Roman geht.
Korrigiert der Lektor nur fehlerhafte Rechtschreibung und Grammatik, handelt es sich bei seinem Lektorat eigentlich um ein Korrektorat. Häufig ist das Korrektorat vom eigentlichen Lektorat getrennt und wird dementsprechend gesondert von einem Korrektor übernommen.
Kommen Verbesserungen oder Hinweise bezüglich des Stils, des Aufbaus und des Inhalts hinzu, sprechen wir vom eigentlichen Lektorat. Häufig zählt auch die formale Aufbereitung des Manuskripts dazu.
Betreut der Lektor den Text von seiner Entstehung bis hin zur Veröffentlichung oder zumindest auf einem größeren Teil dieses Weges, nennt man das Manuskriptbetreuung oder auch Coaching. In solch beratender Funktion kann ein Lektor einen Autor natürlich auch bei mehreren Projekten coachen. So unterscheidet man zwischen Projekt- und Autorenbetreuung.

Freie Lektoren werden in der Regel hauptsächlich für derartige Aufträge gebucht. Bei Verlagsaufträgen kommen jedoch häufig auch die zusätzlichen Betätigungsfelder des Verlagslektors hinzu.
Diejenigen, die fest angestellt sind, übernehmen je nach Arbeitgeber meist noch weitere Aufgaben.
In Verlagen ist es heute üblich, dass Lektoren weite Betätigungsfelder übernehmen und so nicht selten die reine Textarbeit in den Hintergurnd rückt. Sie entwickeln Buchprojekte, betreuen Autoren, übernehemen Rechte- und Lizenzverhandlungen und sind wesentlich mitverantwortlich für die Begutachtung und Auswahl der Manuskripte.

Besondere Anforderungen an den Lektor stellen das Wissenschafts- und das Werbelektorat.

Und auch das Heer der Ghostwriter rekrutiert sich zu einem guten Teil aus Lektoren.

Wer sich noch genauer über die Arbeit des Lektors informieren will, kann das unter anderem auf der Webseite des Verbands der Freien Lektorinnen und Lektoren e. V.

Wie wird man eigentlich Lektor?

Im Prinzip ist das nicht schwieriger, als Autor zu werden. Man geht herum und erzählt es jedem. Kommt man dabei zufällig beim Finanzamt vorbei, erzählt man es dort auch, meldet sich als Freiberufler an und bekommt eine Steuernummer.

Was sagt uns das? Um Lektor zu werden braucht es keine Ausbildung. Die gibt es in diesem Sinne auch gar nicht. Und die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt.

Will man nun mehr, als nur mit diesem schmucken Titel herumlaufen, muss man als nächstes andere davon überzeugen, dass hinter dem Titel mehr steckt, dass man ihn auch verdient. Genau genommen hat man es als angehender Lektor da noch leichter als der Autor. Der muss immerhin mal einen Text verfassen, besser noch, ihn auch veröffentlichen.

Ist man gewitzt und vor allem dreist genug, schaut sich ein bisschen in einschlägigen Foren im Internet um, stehen die Chancen als noch unbeleckter Lektor gar nicht schlecht, jemanden von seinen Fähigkeiten zu überzeugen und einen ersten Job an Land zu ziehen, ganz allein durch rhetorische Überredungskünste. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird es für denjenigen, der möglicherweise längerfristig als Lektor Geld verdienen möchte, allerdings wichtig, wenigstens ein bisschen sprachliche und literarische Kompetenz aufzuweisen. Je mehr, desto besser.

Wie und wo er sich die erworben hat, ist eigentlich egal. Allerdings führt das Fehlen einer direkten Lektorenausbildung eben gerade dazu, dass Referenzen sehr gefragt sind. Da der Neuling die schwerlich bereits haben kann, macht es sich zumindest gut, wenn er die Liste mit einem Studium der Sprach- und/oder Literaturwissenschaft beginnen kann. Natürlich helfen auch andere Tätigkeiten, die eine Kompetenz im Umgang mit Texten nahelegen.

Und obwohl es gar nicht unbedingt gegeben ist, dass ein Autor auch gut lektorieren kann (wie es auch Lektoren gibt, die bei eigenen Texten eher untalentiert sind), trägt auch eine Veröffentlichungsliste zur Referenz bei.

Was man als Lektor im Einzelnen alles können sollte und womit man sich eigentlich beschäftigt, wird das Thema meines nächsten Beitrags.