Das Neuner-ABC: Vincent

Neuner-ABC, Foto: James Steidl
© James Steidl

Der berühmte Vincent van Gogh trägt eine niederländische Spezialität im Namen: van bedeutet „von, aus“, gilt aber nicht wie das deutsche von als Adelsprädikat.

Der vollständige Nachname lautet also van Gogh, das van darin wird kleingeschrieben. Natürlich gilt das nicht am Satzanfang:

Van Gogh war ein bedeutender Maler und Zeichner.

Aber auch in einer Aneinanderreihung, die mit Bindestrichen durchgekoppelt werden muss, wird van großgeschrieben, wenn es sich bei der Aneinanderreihung um ein Substantiv handelt:

Morgen beginnt im Stadtmuseum die zweiwöchige Van-Gogh-Ausstellung.

Aber: Warst du schon in der Vincent-van-Gogh-Ausstellung?

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Das Neuner-ABC: Was ist das?

Job-Oldies: Haarmaler

Job-Oldies, Foto: Condor 36

© Condor 36

Haarmaler hießen so, weil sie für ihre Malerei Menschenhaare verwendeten. Sie ahmten mit ihnen Federzeichnungen nach, was Geduld und Geschick erforderte.

Quelle: Rudi Palla, Das Lexikon der untergegangenen Berufe, Augsburg 2000, S. 131

Ausgelassene Mode

Wenn ich so von manchem Manuskript ausgehe, das mir in die Lektorenfinger kommt, scheinen Auslassungspunkte gerade groß in Mode zu sein, ob da nun was ausgelassen wurde oder nicht. Man muss ja beinahe um alle anderen Satzzeichen fürchten.

Mangelhaft

Stilblüte, Foto: Yaruta Igor

Stilblüten & Co
Foto: © Yaruta Igor

Aus einem sehr bewegten Manuskript:

Fehlt es Ihnen an mangelnder Bewegung?

Nachbarschaftliches: Ein Krampf mit der Arbeit!

Nachbarschaftliches, Foto: zooropa

© zooropa

Ich finde es sehr nachvollziehbar, dass (hart) arbeitenschuften in der Schweiz chrampfe heißt.

Oldies: Ganz kalt

Oldies, Foto: Nejron Photo

Oldies
Foto: © Nejron Photo

Wann hast du das letzte Mal mit einer Kaltmamsell gesprochen? Du weißt gar nicht genau, was so eine kalte Mamsell ist? Der Duden hilft weiter:

Angestellte, die in einem Gaststättenbetrieb für die Zubereitung und die Ausgabe der kalten Speisen verantwortlich ist; kalte Mamsell (Berufsbezeichnung).

Quelle

 Noch etwas ausführlicher ist der Wikipedia-Artikel.

Der Begreifler über attributive Verwendung von Adverbien

Der Begreifler, Foto: Stocksnapper

© Stocksnapper

  1. Das Fenster ist offen. Und durch ein offenes Fenster scheint die Sonne herein.
  2. Die Tür ist zu. Und durch eine zue Tür dringt der Krach nur gedämpft herein.
  3. Der Griff ist ab. Mit einem abben Griff lässt sich der heiße Topf schlecht tragen.

Anders als in Beispiel 1 haben wir es bei 2 und 3 mit Adverbien (zu, ab) zu tun, die nicht deklinierbar sind und in diesen Beispielen also auch inkorrekt als Attribute eingesetzt werden. Das können – wie in Beispiel 1 offen – nur die deklinierbaren Adjektive leisten:

Die Tür ist geschlossen. Und durch eine geschlossene Tür dringt der Krach nur gedämpft herein.

Es sei aber noch darauf hingewiesen, dass es durchaus Adverbien gibt, die diese Grenze zum Adjektiv überschritten haben, bei denen also die attributive Verwendung nicht mehr unbedingt als inkorrekt gilt:

Insgeheim hoffte er auf ihre Rückkehr. Diese insgeheime Hoffnung ließ ihn lange nicht los.

Ungewollte Erotik

Stilblüte, Foto: Yaruta Igor

Stilblüten & Co
Foto: © Yaruta Igor

Für die wirklich, wirklich wirklich besonderen Genießer aus dem Le(c)ktorat gefischt:

Besondere Geniesser stellen sich dabei noch ein Gläschen Sekt auf den Wannenrand oder lassen sich diesen vom Partner in die Flöte giessen.

Wo auch Bildungsbürger stolpern

Sprache, Foto: olly

Wissenswertes: Sprache
Foto: © olly

Die Berliner Morgenpost beglückt heute mit „Ein paar Stolpersteine der Rechtschreibung„. Warum man pleite ist, aber dazu Pleite gemacht hat, steht dort zu lesen. Warum weder hahnebüchen noch Hanrei richtig geschrieben sind. Oder warum wir, wenn wir etwas aus dem Stegreif tun, in Wirklichkeit im Sattel sitzen.

Und wir erfahren etwas über Bildungsbürger:

Wenn ich jetzt den Duden erwähne, höre ich im Geiste das Naserümpfen einiger Bildungsbürger, die den Duden nicht benutzen, aber genau wissen, was sie von den Leuten zu halten haben, die das tun. Wer eine vermeintlich höhere Marke fahren will, darf auch den Wahrig aufschlagen. Nur: Auch im Wahrig steht’s nicht anders.

Reich und berühmt?

Namen, Foto: Anneka

Namen
(Foto: © Anneka)

Wer seinem kleinen Sohnemann von Beginn an den richtigen Namen für den Erfolg mitgeben will, nennt ihn Dagobert. Der Name selbst setzt sich wahrscheinlich aus dem keltischen daga „gut, sehr“ und dem althochdeutschen beraht „glänzend“ zusammen, bedeutet also so viel wie „sehr berühmt“. Und der berühmteste Namensvetter des Kindes wäre der mit dem Nachnamen Duck. Was soll da noch schiefgehen?

Quelle: Duden Taschenbücher : Lexikon der Vornamen, Mannheim 1998