30 Tage Sonnenschein

Vom Schreibtisch, Foto: sukiyaki

© sukiyaki

Ich könnte jetzt nicht sagen: Das war der härteste Juni meines Lebens. Oder Juli. Das würde so nicht stimmen, denn es begann im Juni und endete im Juli. Das waren die härtesten zwei halben Monate meines Lebens.

Das sagt David Sonnenschein über die 30 Tage, von denen Jochen Tills neuer Roman „30 Tage Sonnenschein“ erzählt. Und der Titel ist Programm, denn David heißt nun mal Sonnenschein, auch wenn das, was er erlebt, eher strömender Regen und immer mal Gewitter ist. Und weil David auch wirklich von einer Pfütze in die andere tritt, darf sich der Leser regelmäßig ausschütten vor Lachen.

Lach… äh … Leseprobe gefällig?

Cover 30 Tage Sonnenschein

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Oldies: Ist Sonnenschein eingebildet?

Es ist alles eitel Sonnenschein.

Was bedeutet eitel eigentlich in diesem Zusammenhang? Der Sonnenschein ist ja wohl nicht eingebildet. Auch in anderen Beispielen scheint diese Bedeutung nicht zu passen:

Seine Belohnung war eitel Gold.
Auf der Party herrschte eitel Freude.

Das Adjektiv eitel entwickelte sich aus dem mittelhochdeutschen itel. Aus der damaligen Grundbedeutung „leer, ledig“ sind zwei Bedeutungsableitungen entstanden. Erstere ist die, die sich bis heute, wenn auch veraltend, in den obigen Beispielen erhalten hat: „nichts als, nur, unvermischt“. Wir könnten es heute also in etwa mit „pur“ übersetzen.

Der zweite Weg führte über „gehaltlos, nichtig“ (Es ist alles ganz eitel). Daraus entstand die heutige Hauptbedeutung „eingebildet, selbstgefällig“.

Übrigens bedeutet der Vorname ‚Eitelfriedrich‘, dass der bezeichnete Herr eben nur Friedrich heißt und keinen Doppelnamen (etwa Georg Friedrich) trägt.