Der Deutsche und seine Redewendungen

Was durfte ich da neulich in einem Kommentar lesen?

Deutschland hat sich mit den Gastarbeitern und den Traum von billigeren Arbeitsplätzen voll in die Nasse gesetzt.

Umlautung ist eben irgendwie schräg. Und Nesseln? Was ist denn das für ein ausländisches Zeug?

Mit dem Denken aufhören

Gelesen in einer Online-Leseprobe:

Ich konnte nicht weiter denken.

Gemeint war hier wohl eher:

Ich konnte nicht weiterdenken.

Das Neuner-ABC: Dageblieben!

Ich würde gern noch dableiben.

Rühr dich nicht! Du sollst genau da bleiben!

Im Allgemeinen schreibt man die Adverbien da, daher, dahin usw. mit dem folgenden Verb zusammen. Im zweiten Beispiel wird es allerdings als Wortgruppe angesehen, in der das da die Bedeutung von an dieser Stelle innehat. Daher wird es getrennt vom folgenden Verb geschrieben.

Nach der neuen Rechtschreibung werden übrigens auch alle Verbindungen mit sein auseinander geschrieben: Wir werden um zwölf Uhr da sein.

Aber das betrifft natürlich nicht unser Dasein.

Das Neuner-ABC: Was ist das?

Gedanken verbinden

Vergiss nicht, dass du noch H-Milch kaufen sollst!

Er kaufte die Milch – es war H-Milch – im Supermarkt.

Die H-Milch wird mit einem Bindestrich geschrieben, während wir den Einschub „es war H-Milch“ durch Gedankenstriche vom restlichen Satz abtrennen. Zwar könnten statt der Gedankenstriche auch Kommata stehen, aber das soll hier nicht das Thema sein.

Typografisch verwendet man für den Binde- und Gedankenstrich nicht dasselbe Zeichen.

Für den Bindestrich verwendet man den sogenannten Viertelgeviertstrich. Der heißt so, weil er nach einer Maßeinheit aus der Zeit des Bleisatzes eben ein Viertelgeviert lang ist (Geviert bei Wikipedia). Er stellt für uns kein Problem dar, weil er auf der Computertastatur vorhanden ist.

Der Gedankenstrich wird aber mit einem Halbgeviertstrich wiedergegeben, den wir auf der Tastatur vergeblich suchen. Mancher hilft sich also mit einem Bindestrich aus, was strenggenommen ein Fehler ist.

Zunächst einmal ist auf jeden Fall zu beachten, dass der Gedankenstrich im Unterschied zum Bindestrich von Leerzeichen eingefasst wird.

Bei einigen Textprogrammen wie etwa Word oder OpenOffice.org gibt es die Voreinstellung, dass ein Bindestrich, der in Leerzeichen eingefasst ist, sich automatisch in einen Gedankenstrich umwandelt. Bei diesen Textprogrammen lässt sich das dann meist über die Autokorrektureinstelleungen an- oder abstellen.

Außerdem gibt es häufig eine vom Textprogramm vorgegebene Tastenkombination für das manuelle Erzeugen eines Gedankenstrichs. So führt bei Word gleichzeitiges Drücken der „Alt“- und der „Minustaste“ auf dem Ziffernblock zum gewünschten Ergebnis. Gleiches gilt zum Beispiel für Textmaker. Bei OpenOffice und anderen kommt man zum Gedankenstrich, indem man zwei Bindestriche „–“ hintereinandersetzt.

Findet man keine derartige Möglichkeit oder will man einfach nicht für jedes Programm umdenken, nutzt man die Tastenkombination, die das Betriebssystem bereithält, im Falle von Windows „Alt“ plus die Ziffernfolge „150“ auf dem Ziffernblock (wie in diesem Blogartikel). Für die Tastaturbelegungen auf anderen Systemen bitte im Wikipedia-Artikel nachlesen.

Wichtig: In der Textverarbeitung wird der Gedankenstrich mit einem geschützten Leerzeichen an den Teil des Satzes gebunden, den er abgrenzt, um eine Trennung am Zeilenende zu verhindern. In unserem Fall also an „es war H-Milch“.

Ein geschütztes Leerzeichen erzeugt man beispielsweise in Word und den aktuellen OpenOffice.org-Versionen durch „Strg“+“Umschalt“+“Leertaste“. Über Windows durch die Tastenkombination „Alt“ plus die Ziffernfolge „255“ auf dem Ziffernblock.  Für weitere Möglichkeiten mit anderer Software bitte in diesen Wikipedia-Artikel schauen.

Das Neuner-ABC: Hey, Baby!

Ob nun das Kind oder die Freundin, wer nur ein Baby sein eigen nennen darf, ist sprachlich fein raus. Im Plural werden schnell einmal die Babies draus, korrekt sind es aber die Babys.

Unterschlagen werden soll natürlich nicht, dass auch der Freund eines coolen Babes nicht selten ihr Baby ist.

Das Neuner-ABC: Was ist das?

Rechtschreibprüfung für yWriter

Die Autorensoftware yWriter habe ich auf meinem Newsblog bereits vorgestellt. Zwar bringt die englischsprachige Software eine deutsche Übersetzung mit, aber der Rechtschreibprüfung müsste man erst mühsam die deutsche Schreibung lehren.

Es gibt aber, wie ich inzwischen weiß, einen einfachen Trick, um dies zu umgehen. Man kann nämlich problemlos die Prüfung eines jeden anderen Textprogramms nutzen. Tatsächlich kann man, wenn man das möchte, seine Szenen sogar direkt in der gewohnten Arbeitsumgebung dieses Textprogramms schreiben und bearbeiten, ohne sie umständlich in yWriter importieren zu müssen.

Das funktioniert ganz einfach, weil yWriter für jede Szene eine RTF-Datei anlegt.
Falls noch nicht geschehen muss man nun seinem Rechner beibringen, dass er RTF-Dateien immer mit dem entsprechenden Textprogramm (also z.B. Word, OpenOfficeWriter oder Textmaker) öffnet. Dazu wählt man sich eine RTF-Datei (oder legt eine neue an) und öffnet das Kontextmenü (Rechtsklick). Über die Befehle „Öffnen mit“ und „Programm auswählen“ kann man jetzt sein Lieblingstextprogramm auswählen. Wichtig ist, das Häkchen bei „Dateien immer mit dem ausgewählten Programm öffnen“ zu setzten. (Wie das bei anderen Betriebssystemen als Windows funktioniert, weiß ich leider nicht)

Nun wird also jede RTF-Datei, wenn nicht anders gewünscht, automatisch mit dem ausgewählten Textprogramm geöffnet. Und das macht sich yWriter zunutze.

yWriter_RTF

Für eine größere Abbildung auf das Bild klicken

Man muss nur das Kontextmenü einer Szene öffnen und den Befehl wählen: „Inhalt mit Standard rtf Programm öffnen“. Nun öffnet sich die Szene mit eventuell schon vorhandenem Text im gewünschten Textprogramm und lässt sich dort weiterschreiben oder bearbeiten. Und natürlich kann man so auch die Rechtschreibprüfung des Programms starten.

Hat man die Arbeit beendet, speichert man den Text ab und schließt das Textprogramm. In yWriter öffnet man erneut das Kontextmenü der Szene und klickt auf den Befehl: „Arbeit mit externem Programm beendet“. Diesen Schritt darf man auf keinen Fall vergessen, damit yWriter die neu abgespeicherte RTF-Datei ins Programm übernimmt.

Damit wird yWriter auch für diejenigen interessant, die bisher ihre Rechtschreibprüfung nicht missen wollten.

Das Neuner-ABC: Was ist das?

Mit dem Neuner-ABC beginne ich eine neue Kategorie auf diesem Blog. „ABC“ heißt es, weil die Artikel, die sich mit sprachlichen Problemen aller Art befassen, sich am Alphabet orientieren. „Neuner“ habe ich es genannt, weil es durch den Duden Band 9 – Richtiges und gutes Deutsch inspiriert ist.

Ich schlage also Band 9 bei dem Buchstaben auf, der an der Reihe ist, und wähle mir ein Problem, das ich dann in einem kleinen Artikel verarbeite.

Quelle: Richtiges und gutes Deutsch : Duden Band 9, Dudenverlag, Mannheim 2005

Rechtschreibprüfung zum Schreien!

Wer bei der Rechtschreibprüfung seines Textprogramms nicht auf dem neuesten Stand ist, wird vermutlich guten Gewissens das Partizip „geschrieen“ (von „schreien“) verwenden. Sollte er das zweite „e“ einmal vergessen, wird ihn das Programm daran erinnern.

Seltsam, war doch die Schreibung „geschrien“ schon vor der Reform möglich. Nach neuer Rechtschreibung ist es nun sogar die einzig richtige Schreibung. Glücklicherweise sind Rechtschreibprüfungen lernfähig.

Zusammen oder zusammen?

Gerade die Getrennt- oder Zusammenschreibung stellt für viele spätestens seit der NDR ein Problem dar. Dabei lässt sie sich häufig durch unterschiedliche Bedeutungen unterscheiden.

Beim Lektorieren ist mir gestern ein kleines Beispiel auf- und eingefallen. In diesem wird es den meisten nicht schwerfallen (weshalb sie auch nicht schwer fallen werden ;-)), den Grund für die eine und die andere Schreibweise zu erkennen:

Beim Tanzen schien es, als würden ihre Körper zusammenwachsen. Auch hatte er das Gefühl, sie würden zusammen wachsen.

Na, alles klar? Kleiner Tipp noch: In einem Fall kann man das „zusammen“ durch „gemeinsam“ ersetzen.

Eure Fragen, meine Antworten

Vielleicht habt ihr ja meine neue Seite schon entdeckt. Ich habe mir gedacht, ein bisschen Interaktivität kann ja nicht schaden. Und manchmal hat man ja plötzlich ein Problem oder eine Frage, und hätte gern, aus reinem Interesse oder weil es für die Arbeit (Autorentätigkeiten inklusive) sogar wichtig ist, eine kurze Antwort. Sofern es sich dabei um den Bereich des Schreibens oder der Sprache dreht, dann einfach hinklicken und Kommentar schreiben.