Keine Angst vorm Lektor, Mann!

Autoren aufgepasst!!!

Wer sich bisher unsicher war, ob ein Lektor ihm bei der Arbeit an seinem Manuskript weiterhelfen kann, oder wer sich ein bisschen Sorgen wegen des Verlagslektorats macht, den wird das folgende Video sicher beruhigen. Ich bin froh, dass ich es über das Montsegúrforum entdecken durfte.

Immer diese ersten Seiten

Hans Peter Roentgen hat seinen Schreibratgeber entsprechend aufgebaut: „Vier Seiten für ein Halleluja“. Er bewertet die ersten Seiten von Manuskripten, die Autoren ihm zugesandt haben, und gibt an diesen Beispielen Tipps, wie man es besser machen kann. Immer wieder heißt es, gerade die ersten Seiten zählen, will man sich um einen Programmplatz in einem Verlag bewerben. Dem kann ich mich nur anschließen.
Andererseits beklagen abgelehnte Autoren häufig, die wenigen Seiten Leseprobe, die sie dem Verlag vorlegen durften, seien möglicherweise nicht aussagekräftig gewesen, um das gesamte Manuskript zu repräsentieren. Dem entgegnet Joachim Jessen, Literaturagent bei der Agentur Schlück (bei einem Vortrag zum Montsegur-Treffen 2009), dass man kaum erwarten könne, wenn die ersten 50 Seiten nicht wirklich gut gewesen seien, es würde danach plötzlich merklich besser werden.
Nach meiner Erfahrung mit Manuskripten noch unerfahrener Autoren ist häufig sogar das Gegenteil der Fall. Seltsamerweise geht es mir oft so, dass ich die ersten Seiten noch mit verhältnismäßigem Vergnügen lesen kann, dann geht es plötzlich steil bergab. Das betrifft vor allem die sprachliche Gestaltung.
Warum das so ist, kann ich nur vermuten. Wahrscheinlich ist sich der Schreiber während der ersten Seiten (manchmal Sätze) noch besonders bewusst, was er da eigentlich vollbringen will. Er wählt seine Worte mit Bedacht. Irgendwann reißt ihn dann die eigene Geschichte mit sich und er schreibt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist.
Wenn dem so ist, kann ich nur raten: Versuche dir diese bewusste Stimmung zu bewahren. Mach öfter mal eine Pause und lies, was du gerade geschrieben hast. Schau immer mal wieder auf deinen Manuskriptanfang und vergleiche ihn mit dem, was du geschrieben hast, als die Geschichte dich in ihren Bann gezogen hat.

Montségur-Experten auf DVD

Aus dem Montségurforum:

Liebe Gäste des Montségur-Forums,

zum ersten Mal bietet sich nun die Möglichkeit, Einblick in unser jährliches Mitgliedertreffen zu nehmen, das, wie schon in den Jahren zuvor, mit Vorträgen und Workshops angefüllt war. Wir haben die Vorträge gefilmt, geschnitten und bearbeitet.

Das Ergebnis ist eine DVD-Box mit 2 randvollen DVDs mit insgesamt ca. 8 Stunden Vorträgen.

Ab sofort kann diese DVD-Box bestellt werden, wenn auch nur gegen Vorkasse.

Die Box kostet 24,90 zzgl. 3,50 für Porto und Versand.

Alle Details und die Bestellinformationen stehen hier: www.montsegur.de/dvd

Die Vorträge im Detail:

Von unheilbaren Psychopathen und liebenswerten Schurken — Was zeichnet einen Bösewicht aus?
Dr. Melanie Metzenthin arbeitet als Ärztin in der Psychiatrie und ist Romanautorin

Zusammenarbeit Autor — Agent — Verlag
Joachim Jessen ist Literaturagent und arbeitet für die renommierte Literaturagentur Schlück

Autoren(selbst)marketing, neue Medien und virale Effekte
Dominik Huber arbeitete für Droemer/Knaur als Leiter Internet Communications und ist heute auf diesem Gebiet selbstständig

Wie die Jungfrau zum Kind … oder „Warum werden Bücher Bestseller?”
Podiumsdiskussion mit Dominik Huber (Buchmarketing), Joachim Jessen (Literaturagent), Juliane Korelski (Buchhändlerin und Autorin), Andrea Schacht (Autorin), moderiert von Jürgen Bräunlein (Autor)

Leben als Autor (Selbstzweifel, Motivation, Rituale)
Titus Müller ist Autor und Vorsitzender des Autorenkreises Historischer Roman e.V., Quo Vadis

Witz bleib’ drin, du bist umzingelt! — Schreiben mit Ironie
Jürgen Bräunlein ist Autor und Journalist

Wer hat Angst vorm bösen Literaturwissenschaftler?
Ole Johan Christiansen und Thomas Plischke sind Autoren Lehrbeauftragte an der Universität Hamburg

Thema — Die DNS der Geschichte
Kathrin Sebens ist Sachbuchautorin und Journalistin

Wir freuen uns über möglichst viele Bestellungen, denn die Einnahmen werden direkt an diejenigen ausgeschüttet, deren Mühe es war, also unser Kameramann und Schnittmeister, André Wiesler, und natürlich die Vortragenden selbst. Ihr unterstützt daher mit dem Kauf nicht nur euren Informationshunger, sondern auch direkt die Experten, von denen das Wissen stammt – ein fairer Deal für hochwertige Informationen aus erster Hand.

Lieben Gruß und viel Spaß damit,

Andreas

Zuschussliste

Bei Montsegur wurde eine Liste bekannter Zuschussverlage veröffentlicht. Beim nächsten Verlagsangebot unbedingt draufschauen! Wer eine seriöse Veröffentlichungsmöglichkeit sucht, sollte jeden sogenannten Verlag meiden, der in irgendeiner Form einen Zuschuss verlangt. Und nicht vergessen: Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit!

Wenn Goethe fantasiert

Folgende interessante Informationen stellte der Administrator des Montsegur Autorenforums zur Verfügung (zur Quelle):

“Wie in der Literaturbranche bekannt, ist der August von Goethe Literaturverlag ein Zuschussverlag, der zur Frankfurter Verlagsgruppe gehört. Dabei handelt es sich um einen Pseudoverlag, dessen Publikationen üblicherweise kaum in Buchhandlungen zu finden sind. (1)

Um über echte Verlage und Pseudoverlage aufzuklären, ist das Fairlag Aktionsbündnis gegründet worden, ein internationaler Zusammenschluss von über 50 Autorenverbänden und Literaturinstitutionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz: www.aktionsbuendnis-faire-verlage.com [Link angepasst].

Nun schreibt der August von Goethe Literaturverlag auf seiner Website:

Das erfolgreiche Wirken des August von Goethe Literaturverlags zu Gunsten der neuen, noch nicht etablierten Autoren regte die Schriftstellergewerkschaft sogar zur Schöpfung des Begriffs “Fairlag” an.

Tatsächlich bezieht sich der Begriff “Fairlag”, wie er von der Schriftstellergewerkschaft und den übrigen Initiatoren des Fairlag-Aktionsbündnisses verwendet wird, ausdrücklich nicht auf den August von Goethe Literaturverlag. Das Bündnis warnt vielmehr ausdrücklich vor Geschäftspraktiken, wie sie bei Pseudoverlagen anzutreffen sind.

Die Täuschung der Autoren geht noch weiter. Der August von Goethe Literaturverlag schreibt auf seiner Website:

Der gemeinnützige Bund Deutscher Schriftsteller e.V. empfiehlt den AUGUST VON GOETHE LITERATURVERLAG für neue Autoren.

Tatsächlich ist dieser “Bund Deutscher Schriftsteller e.V.” (der mit der tatsächlichen Schriftstellergewerkschaft, die den Namen “Verband Deutscher Schriftsteller” trägt, nichts zu tun hat) eine Einrichtung des Herrn Markus Hänsel-Hohenhausen, Kapitaleigner und Verlagsgründer der Frankfurter Verlagsgruppe AG Holding August von Goethe (2).
Der Verein gehört somit zum selben Pseudoverlagskonzern, und daher handelt es sich keineswegs um eine unabhängige Empfehlung, sondern um eine Werbung für das eigene Medienkonsortium des in der Öffentlichkeit umstrittenen nichtadligen Trägers der Namen Markus von Hänsel-Hohenhausen alias Dr. Donatus Prinz von Hohenzollern. (3), (4)

(1) Siehe OLG München (Az 4 6 U 2250/09)
(2) Siehe OLG Köln (Az 14 U 116/08)
(3) Siehe OLG Frankfurt (Az. 2-03 O 68/08)
(4) Siehe OLG Frankfurt (Az 16U21/09)”

Fast schon bewundernswert, welche Unverfrorenheit derart schwarze Schafe zur Täuschung ihrer Lämmchen immer wieder an den Tag legen.

Auf in den Wettbewerb

Wie dankbar können gerade angehende Schreiber sein, dass es sie gibt: die Seiten von Sandra Uschtrin.
Neben den interessanten Titeln aus dem Verlag findet man hier nahezu alles Wichtige zum Literaturbetrieb zusammengefasst. Unter anderem eben auch aktuelle Ausschreibungen und Stipendien mit den jeweiligen Beteiligungs- und Einreichbedingungen.
Man kann sich dort auch einen Newsletter bestellen oder man schaut einfach mal im Montségur-Forum nach, wo Andreas die aktuellen Newsletter postet:

Hier geht es zu den aktuellen Ausschreibungen

Begriffe aus dem Autorenhandwerk leicht erklärt

Hans Peter Roentgen hat im Montsegur-Forum mal ein kleines Lexikon der Fachbegriffe fürs Schreibhandwerk zusammengestellt, das ich euch hier vorstellen will.
Hans Peter ist Lektor, Kritiker, gibt Schreibkurse und hat den vielbeachteten Schreibratgeber „Vier Seiten für ein Halleluja“ geschrieben, den ich euch später noch gesondert vorstellen möchte.
Hier geht es zum Lexikon.