Ein bisschen erzählen

Im folgenden Artikel bei „Hilfe für Autoren“ geht es ums Erzählen, um den Erzähler und um Erzählperspktiven:

Der Erzähler und seine Perspektiven

Konflikt und Prämisse

In der Hilfe für Autoren geht es diesen Monat um Konflikt und Prämisse:

Wer außerdem Anregungen zum Plotten sucht, wird, falls er es nicht schon geworden ist, auf meinem Autorenblog fündig.

Von Ideen, Bauchschreibern und Planern

Diesen Monat bei „Hilfe für Autoren„:

Rund ums Veröffentlichen

Für den Juni habe ich für „Hilfe für Autoren“ die folgenden beiden Artikel geschrieben:

Wie komme ich zu einer Veröffentlichung?

Der Weg ins Verlagslektorat

Hilfe für Autoren

Seit Anfag des Monats gibt es einen neuen Schreibratgeber im Internet, der sich sowohl an Anfänger als auch an Fortgeschrittene richtet.

Im Auftrag von mySTORYs führe ich ein neues Weblog mit dem Titel „Hilfe für Autoren“ .

Immer zum Anfang des Monats gibt es dort zwei neue Artikel, die sich mit Themen rund ums Schreiben und Veröffentlichen befassen.

Auf diesem Blog hier werde ich daher, wenn die Reihe „Harry Plotter“ abgeschlossen ist, die Kategorie „Rat mir mal“ zwar weiterführen, mich aber mehr auf andere Themen konzentrieren.

Harry Plotter: Der Konflikt

Bevor es an ein Arbeitsexposee gehen kann, will Harry Planer sich noch einmal den Hauptkonflikt seiner Geschichte deutlich machen und ihn notieren. Ihm ist klar, dieser Hauptkonflikt ist der, den seine Hauptfigur austrägt. Und ihm ist klar, dass der Konflikt seiner Hauptfigur (des Protagonisten) dadurch entsteht, dass ihr vorrangiges Ziel auf Widerstände stößt, die es zu überwinden gilt.

In seinem Fall besteht das Ziel seines Protagonisten darin, die Angebetete zu erobern. Hätte er dabei leichtes Spiel, weil er ein Scharmbolzen ist und seine Liebe seine Gefühle sofort erwidert, gäbe es keinen Konflikt und die Geschichte würde sich kaum für einen Roman eignen.

Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten, für einen Konflikt zu sorgen. Zum Beispiel könnte der Protagonist sich selbst im Weg stehen, weil er ein hoffnungsloser Trottel ist, der auch beim Werben um seine große Liebe alles falsch macht. Ein klassischer Komödienkonflikt. Aber eine Komödie will Harry Planer nicht erzählen.

Auch die äußeren Umstände könnten eine Rolle spielen. Kleinere und größere Katastrophen könnten immer wieder verhindern, dass der Prota überhaupt in die Nähe seiner potentiellen Ehefrau kommt. Oder die Hauptfigur ist äußerlich alles andere als attraktiv, sodass sie einen ordentlichen Kampf auszufechten hat, um Fräulein „Ichbinsoschön“ von den inneren Vorzügen zu überzeugen. Und natürlich könnten die Widerstände auch sozialer Natur sein, entweder weil es das erwähnte Fräulein selbst ist, das sich sträubt, sich unter ihrem Stand zu verlieben, oder weil es deren Familie (oder Teile davon) ist, die bei dem Be- und Umwerber die Nase(n) rümpft.

Harry Planer ruft sich seine Grundidee ins Gedächtnis. Er will das Scheitern seines Protagonisten zeigen. Dabei geht es ihm weniger um dessen individuelles Scheitern, sondern mehr darum, zu zeigen, dass ein solches Scheitern jeden treffen kann, der sein Leben komplett auf ein Ziel ausrichtet. Wenn sein Protagonist also aufgrund eher individueller Besonderheiten (zum Beispiel seines Äußeren) scheitern würde, käme das dieser Idee nicht zugute.

Harry Planer entscheidet sich also, einen Normalo als Protagonisten zu wählen, der weder besonders unattraktiv noch das Gegenteil davon ist, gesellschaftlich nicht allzuweit von seiner Traumfrau entfernt und weder absoluter Herzensbrecher noch Liebestrottel. Was ihn sein Ziel nicht ohne Weiteres erreichen lässt, ist demnach einzig und allein, die nicht gleich erwiderte Liebe.

Als Konflikt notiert sich Harry Planer, nachdem er seinen beiden Hauptfiguren Namen gegeben hat:

Otto Normal versucht die Liebe von Lea Lieblos zu erringen, die seine Gefühle nicht erwidert.

 

Harry Drauflos hat es leichter. Er exzerpiert den Konflikt einfach aus dem, was ihm sein Chef erzählt hat. Zur Verfremdung ändert er die Namen, wobei er, einer glücklichen Fügung für den Blogverfasser sei Dank, zufälligerweise genau dieselben Namen wählt wie Harry Planer. Er notiert:

Otto Normal liebt Lea Lieblos. Doch sie liebt ihn nicht.

 

Anmerkungen:

1. Der fertige Konflikt mag simpel wirken, aber zum einen hat vor allem Harry Planer sicherlich zeigen können, dass die Überlegungen dazu gar nicht so simpel sein müssen, zum anderen sind auf den Punkt gebrachte Hauptkonflikte, die ja durch die Geschichte und mögliche Nebenkonflikte erst gefüttert werden müssen, meist recht simpel: Der Kommissar will den Mörder überführen, aber der will sich nicht überführen lassen. Robinson will überleben, aber die Insel scheint dafür wenig geeignet. Frodo muss die Welt vor Sauron retten, aber der hat etwas dagegen.

2. Auch wenn man es hier nicht sofort erkennen mag, der Antagonist in diesem Konflikt ist Lea Lieblos. Antagonisten sind nicht immer klassische Bösewichte wie Sauron, Lord Voldemort oder Dr. No. Sie sind nicht einmal immer Personen. Der Antagonist ist einfach der, die oder das, der, die oder das den Zielen des Protagonisten im Weg steht. Das kann ein Bösewicht sein, aber auch eine sympathische Figur, deren nachvollziehbare Interessen denen des Protas entgegenstehen (z. B. der härteste Konkurrent des 100 Meter-Läufers), der Berg, den der Bergsteiger bezwingen will, der innere Schweinehund oder eine bestimmte Eigenschaft des Protagonisten, die seinem Ziel im Weg steht (z.B. die körperliche Behinderung des Sportlers oder die Bindungsangst eines Mannes, der seine große Liebe heiraten will).

Harry Plotter: Die Idee

Harry Planer möchte gern eine Geschichte über das Scheitern schreiben. Er überlegt sich, dass das Scheitern besonders schmerzlich wäre, wenn jemand sein hart erkämpftes Ziel schon vor Augen hat, es ihm aber im letzten Moment zwischen den Fingern hindurchrinnt. Er denkt über mögliche Ziele nach. Geld scheint ihm zu banal, Glück zu allgemein, ebenso die Liebe. Allerdings gefällt ihm an der Liebe, dass sie ein Ziel ist, mit dem sich viele Leser identifizieren können. Auch glaubt er, dass ein Protagonist, der sich für die Liebe aufopfert, in besonderem Maße die Sympathien der Leser auf sich ziehen kann, dass damit sein Scheitern auch vom Leser als noch schmerzlicher empfunden wird.

Harry Planer entscheidet sich also, die Geschichte eines Mannes zu erzählen, der sich unsterblich verliebt, für diese Liebe alles aufgibt, lange darum kämpft, seine Angebetete zu erobern, und nach scheinbar endlosen Mühen überzeugt ist, er habe ihr Herz für sich gewonnen. Doch dann kommt ihm ein anderer Werber dazwischen, der nur mit dem Finger schnippen muss, und die Umworbene ist Feuer und Flamme für ihn.

Harry Drauflos macht gerade ein Praktikum in einem Heftromanverlag. Sein Chef scheint ihn zu mögen und erzählt ihm, wie er damals seine heutige Frau, die Besitzerin des Verlagshauses, kennengelernt hat und wieviel er aufgeben musste, um sie zu erobern. Ein Satz seines Chefs lässt Harry aufhorchen: „Ich glaube, wenn sie damals im letzten Moment „Nein“ gesagt hätte, ich hätte mich umgebracht!“

Harry Drauflos ist überzeugt, hier habe er den Stoff für einen guten Roman geliefert bekommen. Vieles, was ihm sein Chef erzählt hat, eignet sich, dazu ein bisschen Fiktion und das dramatische Ende, das es in der Wirklichkeit glücklicherweise nicht gegeben hat, und schon sollte er einen hervorragenden Plot zusammenhaben.

Beide Harrys nehmen sich vor, ihre Idee ein bisschen sacken zu lassen, sie hin und her zu wenden und in der nächsten Woche mit einem Arbeitsexposee zu beginnen.

 

Montségur-Experten auf DVD

Aus dem Montségurforum:

Liebe Gäste des Montségur-Forums,

zum ersten Mal bietet sich nun die Möglichkeit, Einblick in unser jährliches Mitgliedertreffen zu nehmen, das, wie schon in den Jahren zuvor, mit Vorträgen und Workshops angefüllt war. Wir haben die Vorträge gefilmt, geschnitten und bearbeitet.

Das Ergebnis ist eine DVD-Box mit 2 randvollen DVDs mit insgesamt ca. 8 Stunden Vorträgen.

Ab sofort kann diese DVD-Box bestellt werden, wenn auch nur gegen Vorkasse.

Die Box kostet 24,90 zzgl. 3,50 für Porto und Versand.

Alle Details und die Bestellinformationen stehen hier: www.montsegur.de/dvd

Die Vorträge im Detail:

Von unheilbaren Psychopathen und liebenswerten Schurken — Was zeichnet einen Bösewicht aus?
Dr. Melanie Metzenthin arbeitet als Ärztin in der Psychiatrie und ist Romanautorin

Zusammenarbeit Autor — Agent — Verlag
Joachim Jessen ist Literaturagent und arbeitet für die renommierte Literaturagentur Schlück

Autoren(selbst)marketing, neue Medien und virale Effekte
Dominik Huber arbeitete für Droemer/Knaur als Leiter Internet Communications und ist heute auf diesem Gebiet selbstständig

Wie die Jungfrau zum Kind … oder „Warum werden Bücher Bestseller?”
Podiumsdiskussion mit Dominik Huber (Buchmarketing), Joachim Jessen (Literaturagent), Juliane Korelski (Buchhändlerin und Autorin), Andrea Schacht (Autorin), moderiert von Jürgen Bräunlein (Autor)

Leben als Autor (Selbstzweifel, Motivation, Rituale)
Titus Müller ist Autor und Vorsitzender des Autorenkreises Historischer Roman e.V., Quo Vadis

Witz bleib’ drin, du bist umzingelt! — Schreiben mit Ironie
Jürgen Bräunlein ist Autor und Journalist

Wer hat Angst vorm bösen Literaturwissenschaftler?
Ole Johan Christiansen und Thomas Plischke sind Autoren Lehrbeauftragte an der Universität Hamburg

Thema — Die DNS der Geschichte
Kathrin Sebens ist Sachbuchautorin und Journalistin

Wir freuen uns über möglichst viele Bestellungen, denn die Einnahmen werden direkt an diejenigen ausgeschüttet, deren Mühe es war, also unser Kameramann und Schnittmeister, André Wiesler, und natürlich die Vortragenden selbst. Ihr unterstützt daher mit dem Kauf nicht nur euren Informationshunger, sondern auch direkt die Experten, von denen das Wissen stammt – ein fairer Deal für hochwertige Informationen aus erster Hand.

Lieben Gruß und viel Spaß damit,

Andreas

Mal reinschauen

Heute will ich zwei Internetseiten empfehlen:
1. Schreibanfänger können sich hier mal umschauen: http://www.fiction-writing.de. In dieser Online-Schreibwerkstatt soll anhand von Schreibaufgaben und dem gegenseitigen Kommentieren dieser das Schreibhandwerk erlernt und trainiert werden.
2. Für diejenigen, die eher nicht den Hang zum Selberschreiben haben, die aber zu einem entsprechenden Anlass ein professionell geschriebenes Gedicht benötigen, seien Die Versklopfer empfohlen, bei denen ich selbst mitmische.