Recht vor link: Ideen schützen

Recht vor link, Foto: Szekeres Szabolcs

© Szekeres Szabolcs

In Foren für Schreibende liest man immer wieder die Frage, wie man seine Ideen schützen kann, wie man also dem berüchtigten Ideenklau entgeht. Meist gibt es vielfältige Vorschläge, von denen „erzähl sie niemandem“ sicher der effektivste ist. Der allerdings schützt vor dem Klau, die Idee selbst schützt er nicht. Niemand ist davor gefeit, dass nicht jemand anderes die gleiche oder zumindest eine sehr ähnliche Idee hat. Und dass sie einem selbst eingeschossen ist, bewirkt zwar meist, dass man sie für besonders einzigartig hält, tatsächlich aber ist es der beste Beweis dafür, dass sie ebenso gut jemand anderem einfallen kann. Und vielleicht längst eingefallen ist. Man kann ja nicht alles kennen. Vermutlich der beste Grund dafür, dass sich Ideen auch rechtlich nicht schützen lassen.

Mein Vorschlag also: Schreib die verdammte Geschichte! Denn die Umsetzung einer Idee ist ebenso individuell wie schützenswert (und in der Regel ungleich schwerer zu klauen).

___

Achtung: Da ich kein Jurist bin, könnt ihr euch im Zweifelsfall weder auf mich noch meine Angaben berufen.

Advertisements

Der Begreifler über Charaktere mit Figur

Der Begreifler, Foto: Stocksnapper

© Stocksnapper

Vor einiger Zeit fiel mir in einem Forum eine Diskussion darüber auf, ob Blogger, die bei Buchbesprechungen von Charakteren statt von Figuren schreiben, damit einen (unverzeihlichen) Fehler begehen. Ersterer Begriff sei eine unzulässige Eindeutschung aus dem Englischen, die man dringend zu vermeiden habe.

Stimmt das? Und wenn nicht, sind dann die Begriffe vollständig synonym?

Jedenfalls sind Figuren (außer im Falle einer ironisierenden oder abwertenden Bezeichnung) keine Personen. Personen sind etwas Reales, sind oder waren einmal wirklich am Leben. Figuren dagegen werden künstlich erschaffen, im Falle der Literatur also als Teil der Fiktion (selbst dann, wenn sie sich an realen Vorbildern orientieren).

Jeder und jede, der/die in einer Fiktion seinen/ihren Auftritt hat, ist also eine Figur. Manche von ihnen treten allerdings nur als Typen auf, andere sind echte Charaktere. Zu dieser Unterteilung heißt es bei Wilpert:

Type, Typus (griech. typos = Schlag, Gestalt), bestimmte überindividuell unveränderl. Figur mit feststehenden Merkmalen […]

Charakter (griech. = das Eingeprägte), in der Literaturwissenschaft allg. jede in e. dramat. oder erzählerischen Werk auftretende, der Wirklichkeit nachgebildete oder fingierte, aber durch individuellere Charakterisierung in ihrer persönl. Eigenart von den bloßen unprofilierten Typen abgehobene Figur einer Dichtung.

Gero von Wilpert, Sachwörterbuch der Literatur, Stuttgart 1989

Wir haben es also in literarischen Werken mit Figuren zu tun, die entweder nur einen bestimmten Typus* (der Polizist, der Bote) verkörpern oder aber individuell gestaltete Charaktere sind.

*Natürlich können Typen auch versehentlich entstehen, wenn es dem Autor nicht gelingt, eine Figur individuell zu charakterisieren, im Allgemeinen darf man aber davon ausgehen, dass hinter der Verwendung eines Typus durchaus Absicht steckt.

Keine Angst vorm Lektor, Mann!

Autoren aufgepasst!!!

Wer sich bisher unsicher war, ob ein Lektor ihm bei der Arbeit an seinem Manuskript weiterhelfen kann, oder wer sich ein bisschen Sorgen wegen des Verlagslektorats macht, den wird das folgende Video sicher beruhigen. Ich bin froh, dass ich es über das Montsegúrforum entdecken durfte.

Montségur-Experten auf DVD

Aus dem Montségurforum:

Liebe Gäste des Montségur-Forums,

zum ersten Mal bietet sich nun die Möglichkeit, Einblick in unser jährliches Mitgliedertreffen zu nehmen, das, wie schon in den Jahren zuvor, mit Vorträgen und Workshops angefüllt war. Wir haben die Vorträge gefilmt, geschnitten und bearbeitet.

Das Ergebnis ist eine DVD-Box mit 2 randvollen DVDs mit insgesamt ca. 8 Stunden Vorträgen.

Ab sofort kann diese DVD-Box bestellt werden, wenn auch nur gegen Vorkasse.

Die Box kostet 24,90 zzgl. 3,50 für Porto und Versand.

Alle Details und die Bestellinformationen stehen hier: www.montsegur.de/dvd

Die Vorträge im Detail:

Von unheilbaren Psychopathen und liebenswerten Schurken — Was zeichnet einen Bösewicht aus?
Dr. Melanie Metzenthin arbeitet als Ärztin in der Psychiatrie und ist Romanautorin

Zusammenarbeit Autor — Agent — Verlag
Joachim Jessen ist Literaturagent und arbeitet für die renommierte Literaturagentur Schlück

Autoren(selbst)marketing, neue Medien und virale Effekte
Dominik Huber arbeitete für Droemer/Knaur als Leiter Internet Communications und ist heute auf diesem Gebiet selbstständig

Wie die Jungfrau zum Kind … oder „Warum werden Bücher Bestseller?”
Podiumsdiskussion mit Dominik Huber (Buchmarketing), Joachim Jessen (Literaturagent), Juliane Korelski (Buchhändlerin und Autorin), Andrea Schacht (Autorin), moderiert von Jürgen Bräunlein (Autor)

Leben als Autor (Selbstzweifel, Motivation, Rituale)
Titus Müller ist Autor und Vorsitzender des Autorenkreises Historischer Roman e.V., Quo Vadis

Witz bleib’ drin, du bist umzingelt! — Schreiben mit Ironie
Jürgen Bräunlein ist Autor und Journalist

Wer hat Angst vorm bösen Literaturwissenschaftler?
Ole Johan Christiansen und Thomas Plischke sind Autoren Lehrbeauftragte an der Universität Hamburg

Thema — Die DNS der Geschichte
Kathrin Sebens ist Sachbuchautorin und Journalistin

Wir freuen uns über möglichst viele Bestellungen, denn die Einnahmen werden direkt an diejenigen ausgeschüttet, deren Mühe es war, also unser Kameramann und Schnittmeister, André Wiesler, und natürlich die Vortragenden selbst. Ihr unterstützt daher mit dem Kauf nicht nur euren Informationshunger, sondern auch direkt die Experten, von denen das Wissen stammt – ein fairer Deal für hochwertige Informationen aus erster Hand.

Lieben Gruß und viel Spaß damit,

Andreas