Auf Wellen jagen

Etymologische Streifzüge, Foto: Glenda M. Powers

Etymologische Streifzüge
(Foto: © Glenda M. Powers)

Wenn ich Romane bearbeite, in denen größere Boote eine Rolle spielen, ist oftmals von Yachten die Rede. Wie die Seemänner verwenden die Autoren dann einen Begriff, der sich ans englische yacht anlehnt, das wiederum dem älteren niederländischen Begriff jaght[e] entlehnt ist.

Seit dem 16. Jahrhundert im Deutschen bezeugt ist dagegen das Wort Jacht, eine Kurzform von Jachtschiff oder auch Jag[e]schiff. Wenn dir dabei das Verb jagen einfällt, liegst du ganz richtig. Eine Jacht ist also ursprünglich ein „Schnellschiff“ oder ein „Verfolgungsschiff“.

Quelle: Duden Band 7 – Herkunftswörterbuch, Mannheim 2001

Oldies: Ganz kalt

Oldies, Foto: Nejron Photo

Oldies
Foto: © Nejron Photo

Wann hast du das letzte Mal mit einer Kaltmamsell gesprochen? Du weißt gar nicht genau, was so eine kalte Mamsell ist? Der Duden hilft weiter:

Angestellte, die in einem Gaststättenbetrieb für die Zubereitung und die Ausgabe der kalten Speisen verantwortlich ist; kalte Mamsell (Berufsbezeichnung).

Quelle

 Noch etwas ausführlicher ist der Wikipedia-Artikel.

Reich und berühmt?

Namen, Foto: Anneka

Namen
(Foto: © Anneka)

Wer seinem kleinen Sohnemann von Beginn an den richtigen Namen für den Erfolg mitgeben will, nennt ihn Dagobert. Der Name selbst setzt sich wahrscheinlich aus dem keltischen daga „gut, sehr“ und dem althochdeutschen beraht „glänzend“ zusammen, bedeutet also so viel wie „sehr berühmt“. Und der berühmteste Namensvetter des Kindes wäre der mit dem Nachnamen Duck. Was soll da noch schiefgehen?

Quelle: Duden Taschenbücher : Lexikon der Vornamen, Mannheim 1998

Der Hintern des Psychiaters

Etymologische Streifzüge, Foto: Glenda M. Powers

Etymologische Streifzüge
(Foto: © Glenda M. Powers)

Wo kommt es eigentlich her, das -iater im Psychiater, das beispielsweise auch beim Fußchirurgen, dem sogenannten Podiater, zu finden ist? Es ist eine Entlehnung aus griechisch iatrôs „Arzt“. Und das passt schon deshalb so gut, weil dieses Suffix im Arzt selbst steckt. Arzt ist nämlich ein Lehnwort, das vom spätlateinischen archiater und dem griechischen archiatrôs abstammt, was so viel wie „Erzarzt“, „Oberarzt“ bedeutet.

Quelle: Duden Band 7 – Herkunftswörterbuch, Mannheim 2001

Oldies: Nix Ikea

Oldies, Foto: Nejron Photo

Oldies
Foto: © Nejron Photo

Weißt du, was Jaffamöbel sind? Ich wusste es nicht, musste selbst erst danach googeln. Die Lösung:

Der Begriff leitet sich von den früher verbreiteten Jaffa-Obstkisten aus Israel ab. Wer sich nur Möbel leisten kann, die aus Jaffa-Obstkisten zusammengezimmert wurden, ist ziemlich arm.

Quelle

Sehnix

Namen, Foto: Anneka

Namen
(Foto: © Anneka)

Ich habe nicht nachgeschaut, würde mich aber nicht wundern, wenn irgendein Gallier in irgendeinem Asterix-Band mal den titelgebenden Namen dieses Artikels trug. Und auch die Römer hatten in den Comics in der Regel eher unvorteilhafte sprechende Namen.

Dass das der Grund dafür ist, wenn auch heute mehr oder weniger gebräuchliche Namen lateinischen Ursprungs häufig besser unübersetzt bleiben, will ich natürlich nicht behaupten. Cäcilie zum Beispiel, ebenso wie Cäcilia, Cecilie, Cecilia, Zäzilie und Zäzilia. Diese Namen nämlich werden zumindest volksetymologisch mit lateinisch caecus, -a, -um in Zusammenhang gebracht, was „blind“ bedeutet.

Quelle: Duden Taschenbücher : Lexikon der Vornamen, Mannheim 1998

Aufgehalst

Etymologische Streifzüge, Foto: Glenda M. Powers

Etymologische Streifzüge
(Foto: © Glenda M. Powers)

Na, da habe ich mir ja was aufgehalst. Jetzt habe ich den Typen wohl ewig am Hals.

Wieso ausgerechnet am oder auf dem Hals? Das lässt sich leicht nachvollziehen, wenn man weiß, dass sich diese Redewendungen darauf beziehen, dass das Joch – sowohl das Zugjoch als auch das Tragjoch – auf dem Hals bzw. Nacken sitzt. Man hat also eine schwere Last am/auf dem Hals.

Quelle: Duden Band 7 – Herkunftswörterbuch, Mannheim 2001

Oldies: Frau stirbt aus

Oldies, Foto: Nejron Photo

© Nejron Photo

Dass man heutzutage kaum noch jemanden von (s)einer Ische sprechen hört, scheint mir nicht unangemessen, hat der Begriff mit der Zeit doch eine gewisse abwertende Konnotation erhalten. Dabei stammt er einfach nur vom hebräischen Wort Ischa (Frau) ab. Gemeint ist mit einer Ische eine junge Frau oder gar ein Mädchen aus der Sicht eines männlichen Jugendlichen.

Betrunken?

Namen, Foto: Anneka

© Anneka

Welch ungewöhnlicher Name! Mir jedenfalls ist er noch nie untergekommen: Balbina. Seine Seltenheit könnte, wie schön man den Klang auch finden mag, von der Bedeutung des Namens lateinischer Herkunft herrühren: Lateinisch balbus, -a, -um lässt sich mit „stammelnd, lallend“ übersetzen.

Quelle: Duden Taschenbücher : Lexikon der Vornamen, Mannheim 1998

Unerwünschter Besuch

Etymologische Streifzüge, Foto: Glenda M. Powers

© Glenda M. Powers

Das Schlimmste an seinem Job war, dass ihm seine zänkische Kollegin immer wieder ins Gehege kam.

Obwohl die beiden Personen in dem Beispiel ganz offensichtlich nicht zu Hause sind, wenn sie ihm ins Gehege kommt, legt der Ursprung der Redewendung das nahe, denn sie meint eigentlich, dass sie in sein umzäuntes Grundstück eindringt, also seinen Grund und Boden betritt..

Quelle: Duden Band 7 – Herkunftswörterbuch, Mannheim 2001

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