Nachformatieren in Schnell

Nachformatieren in SchnellDer Text ist fertig. Fast. Du hast entschieden (oder bist entschieden worden), dass all die Stellen im Text, die du bisher fett hervorgehoben hast, doch besser kursiv erscheinen sollen. Na, da kommt ja was auf dich zu. Sorgsam den ganzen Text nach den fetten Stellen durchsuchen und das Format neu einstellen …

Muss nicht sein, denn Word kann das auch. Und viel schneller. Und ohne etwas zu übersehen. Lass also Word danach suchen. Das geht mit der einfachen Suchfunktion. Ja, du kannst sogar das Format fett im gleichen Arbeistsschritt durch kursiv ersetzen. Das geht mit der einfachen Ersetzen-Funktion.

Dazu ruft man in Word die Suchen- (& Ersetzen-) Funktion auf, achtet darauf, dass sich der Cursor im Suchen-Feld befindet und klickt auf Erweitert, dann auf Format. In diesem Fall wählt man nun Zeichen und bekommt den (fast) ganz normalen Dialog zum Einstellen der Zeichenformatierung.

Stellt man nun die Zeichenformatierung fett ein und lässt die Suche starten, wird nach allen Stellen im Text gesucht, die fett formatiert sind. Hat man zuvor auf die gleiche Weise für das Ersetzen-Feld (auf den Cursor im Feld achten) kursiv eingestellt, lassen sich die Stellen sofort umformatieren.

Gibt man im Suchen-Feld zusätzlich das Wort Blödmann ein, werden nur die fett formatierten Blödmänner gefunden und durch kursive ersetzt. Stellt man für das Suchfeld keine Formatierung ein, werden alle Blödmänner gefunden und wiederum durch kursive ersetzt. Stellt man im Suchfeld nicht kursiv ein, erspart man sich die Ersetzung aller Blödmänner, die schon vorher kursiv formatiert waren.

Mit diesen Möglichkeiten lassen sich also nicht nur Formatierungen ändern, sondern auch nachträglich hinzufügen, was ebenso für die weiteren Zeichen-, aber auch alle anderen Formatierungsmöglichkeiten gilt.

Subjektiv ohne Honig

Lektoratspraxis, Foto: Dmitriy Shironosov

© Dmitriy Shironosov

Wer die Dienste eines Lektors oder einer Lektorin in Anspruch nehmen will, sollte sich zuvor zwei Dinge unbedingt noch einmal klarmachen:

  1. Lektor hin, Lektor her, auch der kann letztlich nur seine subjektive Meinung zu deinem Text aussprechen. Sicher, in Fragen von Orthografie und Grammatik, ja sogar teilweise beim Stil kann er sich an Regeln halten, darüber hinaus darfst du auch gern davon ausgehen, dass alle weiteren Anmerkungen des Lektors gute Gründe haben, da sie auf Kenntnis der Materie und Erfahrung beruhen. Subjektivität lässt sich aber nun mal nicht verbannen, die Anmerkungen des Lektors können nur Vorschläge sein, die Entscheidung, welchen Vorschlägen du zustimmst und welchen nicht, bleibt immer bei dir hängen.
  2. Der Gang zum Lektor (sofern es sich bei dem um ein vorzeigbares Exemplar seiner Zunft handelt) gleicht dem Gang zum Zahnarzt. Da gibt es nämlich auch keinen Honig ums … auf die Zähne geschmiert. Das wäre schließlich nicht gut für die kleinen Beißerchen. Du bezahlst stattdessen dafür, dass dieser Mensch dir wehtut. Natürlich geht es dem Lektor (jedenfalls den meisten) nicht darum, dir Schmerzen zuzufügen, sondern darum, die Zä… den Text zu heilen. Und warum solltest du zu einem Lektor gehen, wenn du überzeugt wärest, dein Text sei vollkommen gesund? Das Problem ist allerdings, dass viele damit rechnen, mit ein wenig Polieren sei es getan, und sich wundern, wenn der Lektor eine Wurzelbehandlung vorschlägt.

Oldies: Gehörnt oder nicht?

Oldies, Foto: Nejron Photo

© Nejron Photo

Ich jedenfalls wäre heutzutage vorsichtig, jemanden als Hahnrei zu bezeichnen. Da ich es natürlich nur tun würde, um der Wahrheit Ausdruck zu verleihen, wäre der Mann voraussichtlich ohnehin gerade in schlechter Verfassung und würde mir wegen potenzieller Beleidigung eine knallen.

Ob ich da noch zum Trost spenden käme? Dabei hätte ich ihn lediglich mitleidsvoll einen betrogenen Ehemann genannt. Gut, etymologisch gesehen ist es nicht unwahrscheinlich, dass ich ihn gleichzeitig einen verschnittenen Hahn, also einen Kapaun nannte (mittelniederdeutsch hanereihanreyge). Aber da kann ich ja nichts dafür, was die sich damals gedacht haben.

Und das wollen wir doch auch mal festhalten, nicht ich hätte ihm Hörner aufgesetzt, sondern seine untreue Frau. Und zwar deshalb, so jedenfalls Wikipedia, weil man das früher üblicherweise mit kastrierten Hähnen eben so gemacht hätte.

Recht vor link: Ideen schützen

Recht vor link, Foto: Szekeres Szabolcs

© Szekeres Szabolcs

In Foren für Schreibende liest man immer wieder die Frage, wie man seine Ideen schützen kann, wie man also dem berüchtigten Ideenklau entgeht. Meist gibt es vielfältige Vorschläge, von denen „erzähl sie niemandem“ sicher der effektivste ist. Der allerdings schützt vor dem Klau, die Idee selbst schützt er nicht. Niemand ist davor gefeit, dass nicht jemand anderes die gleiche oder zumindest eine sehr ähnliche Idee hat. Und dass sie einem selbst eingeschossen ist, bewirkt zwar meist, dass man sie für besonders einzigartig hält, tatsächlich aber ist es der beste Beweis dafür, dass sie ebenso gut jemand anderem einfallen kann. Und vielleicht längst eingefallen ist. Man kann ja nicht alles kennen. Vermutlich der beste Grund dafür, dass sich Ideen auch rechtlich nicht schützen lassen.

Mein Vorschlag also: Schreib die verdammte Geschichte! Denn die Umsetzung einer Idee ist ebenso individuell wie schützenswert (und in der Regel ungleich schwerer zu klauen).

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Achtung: Da ich kein Jurist bin, könnt ihr euch im Zweifelsfall weder auf mich noch meine Angaben berufen.

Der Begreifler über gebeugte Adjektive

Der Begreifler, Foto: Stocksnapper

© Stocksnapper

Heißer Eintopf (heiße Suppe, heißes Süppchen) ist lecker. An sommerlichen Tagen ist aber statt heißen Eintopfs (heißer Suppe, heißen Süppchens) besser eine Kaltschale zu empfehlen. Mancher zieht heißem Eintopf (heißer Suppe, heißem Süppchen) ohnehin ein ordentliches Schnitzel vor. Andere lassen für heißen Eintopf (heiße Suppe, heißes Süppchen) alles andere stehen. Heiße Eintöpfe (heiße Suppen, heiße Süppchen) sind eben Geschmackssache.

Wie wir wissen und hier noch einmal deutlich sehen, werden Adjektive gebeugt, das heißt sie verändern ihre Form abhängig vom Kasus. Wenn sie wie im oberen Beispiel ohne Artikel, Zahlwort oder dekliniertes Pronomen auskommen müssen, folgen sie der starken Deklination, um der Verantwortung nachzukommen, die Kasus deutlich anzuzeigen.

Tritt etwa ein bestimmter Artikel hinzu, ist das Adjektiv von dieser schweren Verantwortung befreit und wird demnach schwach dekliniert:

Der heiße Eintopf (die heiße Suppe, das heiße Süppchen) ist lecker. An sommerlichen Tagen ist aber statt des heißen Eintopfs (der heißen Suppe, des heißen Süppchens) besser eine Kaltschale zu empfehlen. Mancher zieht dem heißen Eintopf (der heißen Suppe, dem heißen Süppchen) ohnehin ein ordentliches Schnitzel vor. Andere lassen für den heißen Eintopf (die heiße Suppe, das heiße Süppchen) alles andere stehen. Die heißen Eintöpfe (die heißen Suppen, die heißen Süppchen) sind eben Geschmackssache.

Genitiv, Dativ, Akkusativ – alle enden jetzt maskulin nur noch auf –en. Femininum und Neutrum sind nicht ganz so konsequent. Im Plural dagegen enden in allen Genera alle Kasus nur noch auf –en.

Tauschen wir nun den bestimmten gegen einen unbestimmten Artikel, bleibt das im Plural so. Im Singular scheint das Adjektiv sich jedoch nicht so sicher zu sein, ob es seine Verantwortung vollständig abgeben soll, und behält im Nominativ und Akkusativ die Endungen der starken Deklination bei, was zur gemischten Deklination führt:

Ein heißer Eintopf (eine heiße Suppe, ein heißes Süppchen) ist lecker. An sommerlichen Tagen ist aber statt eines heißen Eintopfs (einer heißen Suppe, eines heißen Süppchens) besser eine Kaltschale zu empfehlen. Mancher zieht einem heißen Eintopf (einer heißen Suppe, einem heißen Süppchen) ohnehin ein ordentliches Schnitzel vor. Andere lassen für einen heißen Eintopf (eine heiße Suppe, ein heißes Süppchen) alles andere stehen. Keine heißen Eintöpfe (keine heißen Suppen, keine heißen Süppchen) sind aber auch keine Lösung.

Olympischer Gedanke

Stilblüte, Foto: Yaruta Igor

© Yaruta Igor

Aus einem Kommentar zu einem Online-Spielbericht:

das liegt am trener und nicht an denn spilern