Das Neuner-ABC: Von eifernden Nachahmern

Sie ahmte lieber den Klassenclown nach, statt dem Streber nachzuahmen.

Im Beispiel haben wir zweimal nachahmen, doch im ersten Fall steht es mit dem Akkusativ (den Klassenclown), im zweiten mit dem Dativ (dem Streber). Hängt das mit den unterschiedlichen Bedeutungen des Wortes zusammen?

Sie äffte lieber den Klassenclown nach, statt dem Streber nachzueifern.

Die richtigen Synonyme haben wir nun gefunden, einmal nachäffen, kopieren, einmal nacheifern, nachstreben, sich jemanden zum Vorbild nehmen.

Tatsächlich scheint es also, dass  in ersterer Bedeutung mit dem Akkusativ, in zweiterer mit dem Dativ verbunden wird. Und tatsächlich wird gelegentlich diese Meinung vertreten.

Der heutige Gebrauch widerspricht dem aber, denn in der Regel wird nachahmen in der einen wie der anderen Bedeutung mit dem Akkusativ gebraucht.

Sie ahmte lieber den Klassenclown nach, statt den Streber nachzuahmen.

Der Dativ wird dagegen eher als ungewöhnlich betrachtet. Ohnehin wird nachahmen in der Bedeutung nacheifern nur noch selten gebraucht.

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Das Neuner-ABC: Was ist das?

Job-Oldies: Kotzenmacher

Beinahe verwunderlich, dass dieser Begriff nicht längst in der Jugendsprache wiederbelebt wurde. Ursprünglich bezeichnete er aber einen ganz harmlosen Beruf.

Die Kotze (auch der Kotzen), die der Kotzenmacher herstellte, war eine grobe Wolldecke oder ein Überwurf. Das Wort ist verwandt mit dem niederdeutschen Kodder, das einen alten Lappen oder Lumpen bezeichnet. Außerdem mit der Kutte und mit englisch coat = Mantel.

Tatsächlich wird der Begriff Kotze in diesem Sinne noch immer verwendet, wie sich bei Wikipedia nachlesen lässt.

Der derbe Ausdruck für Erbrochenes hat sich übrigens wahrscheinlich aus dem spätmittelhochdeutschen koppen entwickelt, das so viel wie speien bedeutet, verrät das Duden-Herkunftswörterbuch. Er ist also mit dem hier gemeinten Begriff nicht näher verwandt.

Was war noch gleich Deklination?

Deklination kommt vom lateinischen declinatio, was so viel bedeutet wie Abbiegung, Beugung. Der Begriff bezeichnet die Formveränderung (Flexion) der deklinierbaren Wortarten, nämlich der Substantive, Artikel, Adjektive, Numerale und Pronomen. Dekliniert werden diese hinsichtlich Kasus, Genus und Numerus.

Singular

Nominativ: der Mann – die Frau – das Kind
Genitiv: des Mann(e)s – der Frau – des Kind(e)s
Dativ: dem Mann – der Frau – dem Kind
Akkusativ: den Mann – die Frau – das Kind

Plural

Nominativ: die Männer – die Frauen – die Kinder
Genitiv: der Männer – der Frauen – der Kinder
Dativ: den Männern – den Frauen – den Kindern
Akkusativ: die Männer – die Frauen – die Kinder

Entsprechend regelmäßig auftretender Flexionsmerkmale (s. Beispiele) wird in verschiedene Deklinationstypen unterschieden, die nicht in direktem Zusammenhang mit dem Genus stehen.

Mit und ohne Format

Screenshot: Inhalte einfügenKopieren, ausschneiden, einfügen – kann doch jeder.

Was aber, wenn der Text, den man einfügen will, nicht die Formatierung hat, die man an dieser Stelle haben will? Dann muss man nacharbeiten. Oder man macht es gleich richtig.

Microsoft Word* bietet zwei Wege an, um die Inhalte der Zwischenablage gleich ins passende Format zu bringen:

  1. Nach dem Einfügen erscheint rechts vom eingefügten Text das Einfügen-Symbol. Klickt man es an, kann man zwischen verschiedenen Formatierungsoptionen auswählen.
  2. Mehr Optionen bietet der Befehl „Inhalte einfügen“ im Bearbeiten-Menü, den man statt des üblichen Einfügens verwenden kann.

Die verschiedenen Optionen sind abhängig von der Art des Inhalts der Zwischenablage. „Unformatierten Text einfügen“ bedeutet immer, der Text wird der im Zieldokument gewählten Formatierung angepasst.

*Die Hinweise orientieren sich an Microsoft Word 2002. In anderen Versionen können Abweichungen auftreten.

Das Quiz: Von Adel

© Izmael / Shutterstock.com

© Izmael / Shutterstock.com

Hier haben wir einen Edelmann, keine Frage. Was aber, wenn mehr wie er auf dem Foto zu sehen wären? Wie würden wir sie nennen?

Oder anders gefragt:
Wie lautet der korrekte Plural des Wortes Edelmann?

Von Tags, Labels und Kategorien

Häufig sehe ich bei Blogs, dass die Autoren offenbar Schwierigkeiten damit haben, was sie mit den Tags auf der einen Seite, Kategorien bzw. Labels auf der anderen Seite anfangen sollen.

Tags sind Schlagworte, die im Wesentlichen Lesern und Suchmaschinen die Suche nach bestimmten Begriffen erleichtern sollen. Tagge ich diesen Artikel mit dem Begriff Tag, ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand der nach eben diesem Begriff sucht, meinen Artikel findet, deutlich höher.

Was für den Sucher sehr nervig sein kann, wird den Blogger nicht stören: Natürlich führt jede Suche nach dem Wort zum gleichen Ergebnis, auch wenn eine der vielen anderen Bedeutungen des Homonyms gemeint ist.

Ein Tag kann also weit mehr als nur die direkten Interessenten zum Blogartikel führen. Ob die dann dennoch bleiben, ist eine andere Frage. Und natürlich gilt, je mehr Schlagworte man verwendet, desto mehr Potenzial hat der Artikel, gefunden zu werden. Ob es allerdings sinnvoll ist, potentielle Leser zu verärgern, indem die Schlagworte bestenfalls am Rande etwas mit dem Inhalt zu tun haben, steht wiederum auf einem anderen Blatt. Abgesehen davon kann das Taggen leicht in anstrengende Arbeit ausarten, wenn man es übertreibt.

Manche Blogcommunitys wie etwa WordPress nutzen die Verschlagwortung weitergehend, andere bieten sie gar nicht an. Klickt ihr auf einen der Tags unterhalb dieses Artikels, listet euch WordPress beispielsweise alle aktuellen Artikel der Community auf, die ebenfalls dieses Schlagwort verwenden. Auch können WordPress-User frei wählbare Tags abonnieren und sich so über gewisse Themen ständig auf dem Laufenden halten.

Kategorien, die anderswo, beispielsweise bei Blogspot, Labels heißen, werden von technischer Seite häufig wie Tags behandelt. Wenn ich also meinem Artikel hier eine Kategorie zuteile, ist das im Grunde genommen nur ein weiterer Tag.

Innerhalb des Blogs hat sie aber eine andere Funktion: Sie ermöglicht eine übersichtliche Zuordnung der Artikel. Ich kann beliebig viele Artikel einer Kategorie zuordnen bzw. neue Artikel einer bereits bestehenden Kategorie hinzufügen.

So werde ich für diesen Artikel die Kategorie „Bloggertipps“ erstellen, der ich zukünftig alle Artikel zuordnen werde, die sich mit dem gleichen Thema beschäftigen. Diejenigen Leser, die sich ausschließlich oder vorrangig für dieses Thema interessieren, können so über das Menü oben oder die entsprechenden Widgets in Seiten- und Fußleiste ganz gezielt nur die Artikel dieser Kategorie aufrufen.

Je nach Blogsystem lassen sich die Kategorien weiter in Unterkategorien unterteilen, sodass sich der gesamte Bloginhalt über ein übersichtliches Verzeichnis abrufen lässt.

Oldies: Abgunst

Noch nie gehört? Das Wort ist auch mindestens im Aussterben begriffen. Moderne Wörterbücher führen es meist nicht mehr. Kaum verwunderlich, wird doch selbst die Gunst nur noch bei den wenigsten Deutschen im aktiven Wortschatz vorkommen.

Immerhin verwenden wir günstig weit häufiger, wenn auch in anderen Zusammenhängen, kaum als Gegenteil von missgünstig. Das ist nun wieder ein Synonym zum ebenfalls kaum noch bekannten abgünstig, womit wir wieder bei der Abgunst angekommen sind, die sowohl Missgunst bedeutet als auch Abneigung. Auch das Misstrauen ist damit gemeint. Demenstsprechend ist derjenige, der uns abgünstig ist, mindestens misstrauisch, wenn nicht gar übelwollend.

Zu schwer zum Aufsitzen?

In etwa Folgendes las ich vor längerer Zeit mal in einem Heftroman (Mystery, bereits veröffentlicht). „In etwa“ soll heißen, dass ich aus dem Gedächtnis zitiere.

Sie führte das Pferd aus dem Stall, streichelte der Stute den Hals und setzte auf.

Das Quiz: Kannst du etwas dafür?

Der folgende Satz ist standardsprachlich nicht korrekt:

Da kann ich nichts für.

Wie müsste er richtig heißen, wenn man die Umgangssprache vermeiden will?

Ein kleines Bisschen

Wollen wir nicht noch ein kleines bisschen bleiben? Das bisschen macht den Kohl nun auch nicht mehr fett.

„bisschen“ wird immer klein geschrieben. Immer? Immer! Mit einer Ausnahme:

Wollen wir nicht noch auf ein Bisschen bleiben? Oder besser gleich auf einen Bissen?