Autor, Texter, Blogger?

Einen sehr interessanten Wettbewerb gibt es auf den Seiten der Compete 20.10 zu finden. Hier dürfen sich nicht nur Autoren, sondern auch Texter, Blogger, ja sogar SMS-Schreiber angesprochen fühlen. Zumindest dann, wenn sie nicht älter als 25 sind. Rundum also ein sehr jugendlicher Wettbewerb. Mitmachen kann man bis zum 11. Juni 11 Uhr.

Eure Fragen, meine Antworten

Vielleicht habt ihr ja meine neue Seite schon entdeckt. Ich habe mir gedacht, ein bisschen Interaktivität kann ja nicht schaden. Und manchmal hat man ja plötzlich ein Problem oder eine Frage, und hätte gern, aus reinem Interesse oder weil es für die Arbeit (Autorentätigkeiten inklusive) sogar wichtig ist, eine kurze Antwort. Sofern es sich dabei um den Bereich des Schreibens oder der Sprache dreht, dann einfach hinklicken und Kommentar schreiben.

Über Gänsefüßchen stolpern

Sie sind schon so klein und doch kann man leicht darüber stolpern, Anführungsstriche oder die sogenannten „Gänsefüßchen“. Denn neben der Kennzeichnung der wörtlichen Rede oder von Zitaten stehen Gänsefüßchen eben vor allem für das Sogenannte. Das, von dem man deutlich machen will, dass es eigentlich gar nicht so gemeint ist, dass man sich von dem Ausdruck, der eingefüßelt wird, meist in ironischer Weise distanziert.

Diesmal hat er nicht gewonnen, sondern ist „nur“ Zweiter geworden.
Seine „selbstlose“ Liebe ging so weit, dass er sie im Keller einsperrte.

Sind sie in diesen Beispielen ein eindeutiges Stilmittel, das wie jedes andere Stilmittel sparsam angewandt die erwünschte Wirkung beim Leser erzielt, scheint es einen Trend zu geben, Texte möglichst witzig zu gestalten, indem man über ihnen einen ganzen Sack dieser Gänsefüßchen ausschüttet. Bei manchem Romanmanuskript eines angehenden Autors könnte man sich fragen, warum er nicht einfach den gesamten Text in Anführungsstriche gesetzt hat. Das hätte sogar noch weniger Mühe gemacht, als am Ende den Hinweis zu setzen, dass der ganze Text eigentlich nicht so gemeint war.

Da trifft man dann während des Lesens auf Sätze wie:
Sie „begrabbelten“ sich.
Er ging ihr mächtig auf den „Keks“.
Nach den Anstrengungen des Tages gingen sie völlig geschafft „pennen“.

Zunächst muss der Leser kapieren, dass, wie es die Gänsefüßchen vermuten ließen, die Akteure nicht etwa das Gegenteil von dem tun, was der Erzähler ihnen andichtet, sondern dass sie sich tatsächlich begrabbeln, auf den Keks gehen oder in die Falle fallen. Was also bezweckt der Autor mit den Latschen des Federviehs?

Nun, er meint, diese Vermutung liegt zumindest nahe, gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Zum einen hofft er, damit einen ironischen Grundton in seinen Text zu bringen, zum anderen entschuldigt er sich gleichzeitig für die umgangssprachliche Ausdrucksweise.

Nun ist es zum einen durchaus das Recht eines Autors, in seinem Text, so es denn zum Stil des Textes, zum Erzähler oder zur Figur passt, Umgangssprache zu verwenden, zum anderen verstärken die Gänsefüßchen eher noch den Eindruck der Unsicherheit auf Seiten des Autors. Man fragt sich, ob er, statt sich bewusst dafür zu entscheiden, einen Ausdruck nicht eher aus Verlegenheit gewählt hat. Die häufig noch zunehmende Fülle an Gänsefüßchen, die schließlich auch vor völlig unproblematischen Ausdrücken nicht mehr Halt machen (Leise „schlichen“ sie sich an.) verstärkt einen solchen Eindruck noch.

Ähnliches kann man übrigens nicht nur in Romanmanuskripten beobachten. So wirkt auch ein Bewerbungsschreiben nicht dadurch betont locker, dass der Bewerber umgangssprachliche Ausdrücke benutzt, diese dann aber in Gänsefüßchen setzt, um sich gleich wieder davon zu distanzieren. Entweder man steht dazu oder man verabschiedet sich besser ganz von der Umgangssprache. Locker wird ein Text im Übrigen eher durch einen insgesamt geübt lockeren (z.B. verbalen) Stil.

Wenn der Käse Blüten treibt

Da habe ich doch im Fernsehen mal wieder ein hervorragendes Beispiel dafür gehört, dass man sich bei seinen Texten tunlichst vor Stilblüten hüten sollte.

Der Satz hört sich richtig an, ist auch fehlerlos, nur die Zweideutigkeit spielt ihr eigenes Spiel in dieser Käsewerbung:

Die Verpackung ist sicher wiederverschließbar.

Diese Aussage ist ja wohl mehr als unsicher.

Hilfe für Autoren im Mai

Diesen Monat geht es bei „Hilfe für Autoren“ um das Schreiben von Gedichten.

Vor allem der Artikel „Ist Dichten eine Kunst?„, der sich an Anfänger richtet, hat mir ganz schön zu schaffen gemacht. Denn um überhaupt etwas Sinnvolleres zu sagen, als dass Dichten Spaß machen kann, muss man eben doch wenigstens ein bisschen Basiswissen über metrische Strukturen vermitteln. Ich hoffe, ich habe mich dennoch halbwegs verständlich ausgedrückt.

Fortgeschrittene dürfen sich über einige „Einfache Kunstgriffe, um im Gedicht zu variieren“ freuen.