Oldies: Mit der Gabel

Oldies, Foto: Nejron Photo

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Gabelfrühstück gehört zu den Wörtern, die ich persönlich, wenn ich mich nicht sehr täusche, noch nie aus irgendeinem Mund vernommen habe. Ich habe also nur davon gelesen. Falls du das Wort bisher gar nicht kanntest: Es bezeichnet schlicht und ergreifend ein zweites Frühstück.

Wie du richtig vermutest, nannte man es so, weil es (ursprünglich) mit einer Gabel eingenommen wurde. Genauer erklärt Wikipedia, “da man im Stehen einzelne Häppchen mit der Gabel aufnahm”. Gabelfrühstück ist demnach offenbar eine Lehnübersetzung des Französischen déjeuner à la fourchette, was allerdings “Mittagessen mit einer Gabel” bedeutet, ein Essen also, das man um die Mittagszeit isst, das aber nicht die eigentliche Hauptmahlzeit darstellt.

Oldies: Für Bassisten?

Oldies, Foto: Nejron Photo

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Fürbass – schon mal gehört? Das Wort hat nicht etwa etwas mit Musik zu tun, sondern setzt sich aus für und bass zusammen. Beides wiederum Worte, die wir in der entsprechenden Bedeutung ebenfalls kaum noch kennen.

Die Präposition bzw. das Adverb für stammt nämlich vom althochdeutschen furi in der Bedeutung “vor, voraus”. Erhalten hat sich das etwa in “Schritt für Schritt”.

Ebenso wie uns noch heute der Komparativ besser zu gut gut bekannt ist, bildet bass den unregelmäßigen Komparativ zu wohl und bedeutet “besser, weiter; sehr”.

So lässt sich schließlich die Bedeutung von fürbass erklären: “vorwärts, weiter, fort und fort”. Sie schreiten fürbass.

Der Liebe würdig

Namen, Foto: Anneka

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Ein Kind, dessen Eltern es der Liebe für würdig befinden, wird aus diesem Grunde möglicherweise Mabel genannt. Die englische Kurzform von Amabel leitet sich nämlich vom lateinischen amabilis ab, was “liebenswürdig” bedeutet, wie das Duden Lexikon der Vornamen verrät.

Beziehungsrecht

Die Ehe schafft in einer Beziehung Recht und Gesetz. Denn tatsächlich geht das Wort auf das mittelhochdeutsche e, ewe zurück. Und das bedeutet eben “Recht, Gesetz”.

Job-Oldies: Bader

Job-Oldies, Foto: Condor 36

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Was ein Bader tat, steckt ja schon in der Berufsbezeichnung. Er badete die Leute. Bader betrieben Badehäuser, die sie meist von der Stadt pachten mussten, da es ihnen an Mitteln fehlte. Doch sie taten noch viel mehr:

Sie übten einen hochgeachteten, obgleich nicht wissenschaftlich akkreditierten Heilberuf aus. Er umfasste das Badewesen, Körperpflege und Kosmetik, Teilgebiete der Chirurgie, der Zahn- und Augenheilkunde.

Quelle: Wikipedia

Oldies: Ist Sonnenschein eingebildet?

Es ist alles eitel Sonnenschein.

Was bedeutet eitel eigentlich in diesem Zusammenhang? Der Sonnenschein ist ja wohl nicht eingebildet. Auch in anderen Beispielen scheint diese Bedeutung nicht zu passen:

Seine Belohnung war eitel Gold.
Auf der Party herrschte eitel Freude.

Das Adjektiv eitel entwickelte sich aus dem mittelhochdeutschen itel. Aus der damaligen Grundbedeutung “leer, ledig” sind zwei Bedeutungsableitungen entstanden. Erstere ist die, die sich bis heute, wenn auch veraltend, in den obigen Beispielen erhalten hat: “nichts als, nur, unvermischt”. Wir könnten es heute also in etwa mit “pur” übersetzen.

Der zweite Weg führte über “gehaltlos, nichtig” (Es ist alles ganz eitel). Daraus entstand die heutige Hauptbedeutung “eingebildet, selbstgefällig”.

Übrigens bedeutet der Vorname ‘Eitelfriedrich’, dass der bezeichnete Herr eben nur Friedrich heißt und keinen Doppelnamen (etwa Georg Friedrich) trägt.

Kinder der Nacht

Eltern, die einen Hang zur Dunkelheit verspüren, sollten ihre Tochter vielleicht Leila oder auch Laila nennen. Der weibliche Vorname arabischen Ursprungs, das verrät uns das Duden-Lexikon der Vornamen, bedeutet “Dunkelheit, Nacht”.

Der Deckendecker

Sowohl decken, Dach als auch Ziegel gehen auf die indogermanische Wurzel [s]teg = “decken” (die Form ist nicht nachgewiesen, lässt sich aber erschließen) zurück.

Ein Dachziegel ist demnach ein “das Deckende Deckende”, während ein Dachdecker das Deckende mit dem das Deckende Deckende deckt, weshalb man ihn auch einen “das Deckende mit dem Deckenden Deckender” nennen könnte.

Nennen wir ihn kurz einen Deckendecker.

Job-Oldies: Abdecker

Die meisten werden wissen, was der Abdecker tut, der ab dem 16. Jahrhundert aus dem Schinder hervorgegangen ist und für den es noch so viele weitere Bezeichnungen gibt bzw. gab wie etwa Freiknecht, Wasenmeister oder Abstreifer.

Er nimmt die Decke ab. Gemeint ist damit die Haut. Und zwar die von Tierkadavern, die der Abdecker beseitigte und verwertete. Damit hatte er sich begriffstechnisch kaum vom Schinder entfernt: althochdeutsch scinten “enthäuten, schälen” (vgl. englisch skin).

Oldies: harschen

Harsch bezeichnet hart gefrorenen Schnee beziehungsweise eine Schnee-/Eiskruste. Das Adjektiv harsch bedeutet ursprünglich “rau, hart, rissig” (mittelniederdeutsch harsk). Wir verwenden es heute ebenfalls fast ausschließlich im Zusammenhang mit Schnee im Sinne von “vereist”. Harscher (auch harschiger) Schnee ist also mit einer Eiskruste bedeckt.

Außerdem kennen wir es im übertragenen Sinne (“unfreundlich, derb, barsch”):

Auf seine Frage bekam er eine harsche Entgegnung.

Das Verb harschen findet kaum noch Verwendung und bedeutet “hart/krustig werden, vereisen”:

Der Schnee harscht.

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