Ein Wortreich in Bad Hersfeld

Am 1. August vor einhundert Jahren starb Konrad Duden. Anlass für FAZ.NET über ein ganz besonderes Projekt zu berichten: Das Mitmach-Museum “wortreich” in Bad Hersfeld, das am 1. Oktober dieses Jahres eröffnet werden soll.

Eine Wissens- und Erlebniswelt, in der die Besucher “spielerisch Sprache und Kommunikation entdecken” können. Stephanie Geitner vom unterstützenden Duden-Verlag:

Die Ausstellung bietet spannende Einblicke, wie man kreativ mit Sprache umgehen kann.

Wenn das kein guter Grund ist, ab Herbst in die Familienausflugsplanung auch das schöne Bad Hersfeld einzubeziehen.

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50 bis 90 Prozent aller Sprachen sterben aus

Foto: aboutpixel.de/R. Sturm

Sprachen werden nicht mehr weitergegeben (Foto: aboutpixel.de/R. Sturm)

(Pressemeldung: pte) Noch werden weltweit 7.000 Sprachen gesprochen. Wissenschaftler glauben, dass viele dieser Sprachen vom Aussterben bedroht sind. Geschätzt wird, dass 50 bis 90 Prozent der jetzigen Sprachen das aktuelle Jahrhundert nicht überleben werden. Viele existierende Sprachen sind kaum dokumentiert, der Wortschatz und die Strukturen dieser Sprachen sind der Wissenschaft unbekannt.

Die Abteilung für Allgemeine Sprachwissenschaft im Institut für Linguistik der Universität zu Köln ist führend in der Erforschung und Dokumentation bedrohter Sprachen. Die Forscher haben vom Programm “Dokumentation bedrohter Sprachen” eine Fördersumme in Höhe von 1,3 Mio. Euro erhalten. “Mit den Sprachen stirbt auch die Datengrundlage für deren Erforschung”, sagt der Sprachwissenschaftler Nikolaus Himmelmann. Die Fördersumme mache es möglich, Sprachen zu dokumentieren.

Keine Rettung

“Retten kann man viele Sprachen nicht mehr”, sagt Himmelmann im Gespräch mit pressetext. Eine Sprache erhalten könnten nur die jeweiligen Sprachgemeinschaften oder Volksgruppen. Man könne bloß Bewußtseinsarbeit leisten und den Menschen klar machen, dass die Sprache absterben würde, wenn sie den nächsten Generationen nicht beigebracht würde.

In Deutschland sind etwa friesische und sorbische Sprachen bedroht. Die genutzte Sprache, wie etwa Deutsch, ist zwar ständigen Änderungen unterworfen, was aber nicht ihren Tod bedeute. “Interessanterweise werden Änderungen bei Sprachen immer negativ gesehen”, sagt Himmelman. Das Phänomen der Jugendsprachen, wo Wörter übertrieben werden oder wo mit der Sprache provoziert wird, bedeuten nicht, dass eine Sprache dem Untergang geweiht sei.

Tot ist eine Sprache erst dann, wenn sie gar nicht mehr gesprochen wird – wenn etwa die Friesen und Sorben ins Deutsche wechseln. Wenn die Sprache in einer Generation gar nicht mehr gesprochen wird, gilt sie als verschwunden. Auch wenn Sprachen nur in Ritualform verwendet werden, wie etwa Latein, ist sie zwar nicht ausgestorben, aber lebendig ist sie auch nicht mehr.

Lexem-Taktik

Seit einiger Zeit verdrängt ja bei ProSieben der sogenannte Quizbreak manche Werbepause.

War es anfangs so, dass erst gegen Ende des Breaks ein Anrufer durchgestellt wurde, um ein oft lächerlich einfaches Quiz zu lösen und dafür eine nette, aber nicht übermäßig hohe Geldsumme zu gewinnen, scheinen die Strategen der Sendung inzwischen eine bessere Möglichkeit gefunden zu haben, an das Geld der Zuschauer zu kommen.

Noch immer scheinen die Quizfragen einfach, dafür wurden die Gewinnsummen drastisch erhöht und steigen nahezu im Sekundentakt weiter an. Mindestens ebenso häufig werden Anrufer durchgestellt und dürfen ihre Lösungsvorschläge präsentieren.

Der Trick:

Aus einer Vielzahl möglicher Antworten müssen die Anrufer drei vorausgewählte erraten. Heißt die Aufgabe etwa, einen weiblichen Vornamen mit einem A an zweiter Stelle zu nennen, bringt der Name Barbara nur dann den Gewinn, wenn er zu den drei abgedeckten Namen gehört, die die Redaktion gewählt hat. Allein dadurch wird aus dem Quiz ein reines Glücksspiel.

Nun wird von den Moderatoren ständig betont, die vorausgewählen Namen wären ganz bekannte, also keine, die man nicht erraten könne. Aber welcher Anrufer kommt schon auf Shakira?

Besonders trickreich und sprachlich interessant war aber das Folgende:

Nennen Sie ein Wort mit Hand…

Jetzt bitte ich meine werten Blogbesucher, sich mögliche Lösungen zu überlegen. Was fällt euch ein? Handtasche vielleicht? Oder Handtuch?

Ihr solltet versuchen, Wörter zu finden, auf die man nicht gleich kommt. Handballen zum Beispiel. Oder Handstreich.

Auch alles falsch. Tatsächlich waren die abgedeckten Wörter solche, die durchaus sehr gebräuchlich sind. Und doch würde niemand darauf kommen!

Handballtrainer oder Handtuchhalter bestehen nämlich aus drei Lexemen, während der normale Rätsler bei der Frage automatisch denkt, er müsse dem Lexem Hand nur ein weiteres hinzufügen.

Fazit: Die Abzocke funktioniert umso besser: Die hohen Gewinne locken mehr Anrufer, müssen aber nicht ausgezahlt werden. Clever, oder?

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